BOCKHORN - Die alte Handwerkskunst hat immer noch viele Freunde. Jeder kann mitmachen.

Von Kai Hippen

BOCKHORN - Noch heute gehört diese Szene in manchen Gegenden der Welt zum Alltagsbild: Ein Klumpen Lehm wird auf eine Töpferscheibe gepackt, mit kundigen Händen wird er zu Tellern, Schalen und Bechern geformt. Es ist ein uraltes, wahrhaft archaisches Handwerk, und das macht für viele den Reiz aus. Oliver Kiesè weiß, wie es geht, und er lädt am Wochenende ein, mitzumachen.

Für Renate Stark und ihre Zweigstelle der „Volkshochschule und Musikschule Friesland-Wittmund gGmbH“, wie es jetzt heißt, bietet Kiesè den Kursus „Töpfern auf der Töpferscheibe“ an. Das Seminar beginnt am Freitag, 9. März, 18.30 Uhr, in der Haupt- und Realschule Bockhorn, weitere Termine werden dann bekannt gegeben. Kenntnisse sind nicht erforderlich, Töpferscheiben und Lehm bringt Kiesè mit. Der Kursus ist vor allem für Anfänger geeignet.

Jeder kann sich also einfach hinsetzen und mit seinen Händen formen und gestalten. Ziel ist es, am Ende selber Teller, Tassen oder Vasen herzustellen, zu den anspruchsvolleren Gerätschaften gehören Krüge mit Henkeln. Bei der Verzierung mit Ornamenten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Kiesè verwendet Ton aus dem Westerwald, mit Schamott versetzt, damit sich größere Sachen nicht so schnell verziehen. Die Töpferwaren der Kursusteilnehmer werden in weiteren Schritten glasiert und gebrannt, sie sind dann wasserdicht, lebensmittelecht und spülmaschinenfest.

Der 41jährige Sozialpädagoge Oliver Kiesè hat einige Jahre als selbstständiger Töpfer gearbeitet, bevor er wieder in den angestammten Beruf zurückkehrte. Aber nebenbei unterrichtet er für fünf verschiedene Volkshochschulen in dieser Handwerkskunst, mit seinen Töpferscheiben zieht er durch die Region, von Friesland bis zum Emsland.

Interessant mutet es an, wohltuend sinnlich scheint das Töpfern – aber selbst als nischenhafter Wirtschaftsfaktor wird es attackiert, die viel beschworene „Globalisierung“ greift auch hier ein. Oliver Kiesè: „Für professionelle Töpfer ist die Lage schwierig geworden. Die Importware aus Asien schafft uns große Probleme.“