BöSEL - Das beste ist, wenn ein Streit gar nicht erst entsteht. Falls es doch einmal so weit kommen sollte, hat nun auch die St.-Martinschule in Bösel ausgebildete Fachkräfte. Zehn Grundschüler der 4. Klasse sind am Donnerstag zu Streitschlichtern ernannt worden. So ein Projekt hat es an der Böseler Grundschule bisher nicht gegeben.

Ausgebildet hat die Zehn der Vertrauenslehrer der benachbarten Haupt- und Realschule, Uwe Herbst. An acht Nachmittagen kamen Lukas, Christoph, Simon, Gerrit, Benjamin, Lena, Vera, Marina, Sarah und Marie für eine Stunde zusammen, um zu lernen, Streit zu schlichten.

Der Plan ist es, dass in jeder Pause zwei Streitschlichter als Ansprechpartner für die Kinder auf dem Schulhof im Dienst sind, sagte Schulleiter Hans Werner am Donnerstag. Zu erkennen werden die Streitschlichter an den gelben Kappen sein. „Es ist doch immer besser, wenn die Kinder bei einem Streit nicht gleich zu einem Lehrer rennen müssen und am Ende noch als ,Petze‘ gelten“, sagte Ausbilder Uwe Herbst. Und ergänzt: „Ich bin angetan davon, mit wie viel Engagement die zehn bei der Sache waren.“

Werner und Herbst hoffen darauf, dass die Streitschlichter nicht wirklich gefordert werden. Die Erfahrungen an der Haupt- und Realschule in Bösel machen Mut: „Unsere Streitschlichter mussten noch nie eingreifen“, sagte Uwe Herbst.

Bevor die zehn Streitschlichter ihre Urkunden und gelben Kappen in der Pausenhalle überreicht bekamen, trug Hans Werner das Gedicht „Der Sperling und die Schulhofkarree“ vor, in dem es um Beschimpfung und Beleidigungen geht. Und dann fragte er die anwesenden Dritt- und Viertklässler: „Ist das bei uns auch so?“ „Nein!“ antworteten die Kinder im Chor. Die nun zuständige Lehrerin Maria Rudolf hofft, dass die Kinder nie einen Streit schlichten müssen.