BöSEL - Mit dem Rauchverbot allein ist es nicht getan. Die Schule bietet ihren Schülerinnen und Schülern ein umfangreiches Begleitprogramm.

von thomas Haselier

BÖSEL - Die einfache Anordnung, dass künftig in Schulen nicht mehr geraucht werden darf, wird kaum ausreichen, Schülerinnen und Schüler zu einem gesünderen Lebenswandel anzuhalten. Schulen, die den „Anti-Rauchen-Kurs“ nicht auch inhaltlich begleiteten, würden damit scheitern, warnt Christa Brand-Hastedt, Lehrerin an der Haupt- und Realschule Bösel und Leiterin der Steuerungsgruppe für Gesundheitsprojekte der Schule.

Hastedt muss es wissen. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Initiative wurde die Böseler Schule eine der ersten rauchfreien Schulen überhaupt und 2003 Siegerin des Landeswettbewerbs „Rauchfreie Schule“. Seit mehr als 15 Jahren raucht kein Lehrer mehr an der Schule. „Sowohl unter Lehrern als auch unter den Schülern gibt es beim Rauchverbot eine hohe Akzeptanz“, schildert sie die Entwicklung. Dies sei nicht immer so gewesen. „Wir haben ein Regelwerk entworfen, das pädagogisch einiges bewirkt. Erst danach stellte sich auch wirkliche Besserung ein.“

Natürlich gebe es nach wie vor Schülerinnen und Schüler, die unmittelbar nach Verlassen des Schulgeländes sofort rauchten. Zum einen sei aber deren Zahl weiter rückläufig, zum anderen habe sich das Rauchverbot im Zusammenhang mit dem Regelwerk als so wirksam erwiesen, dass nachweislich deutlich weniger geraucht werde. Stark eingebunden in vorbeugende wie repressive Maßnahmen seien sowohl die Sozialpädagogin der Schule, Monika Klinkebiel, und Beratungslehrer Uwe Herbst. Begleitet werde das Projekt aber von allen Lehrkräften, die sorgfältig darauf achteten, dass tatsächlich nirgendwo auf dem Schulgelände oder auch auf Klassenfahrten geraucht werde. Wer dagegen verstoße, lande in einer so genannten Raucherakte. Darin sind verschiedene Maßnahmen gegen „Rauchsünder“ geregelt. Vor allem „Wiederholungstätern“ droht einiges bis zu Zeugniseinträgen oder sogar zum Schulverweis für ganz Unbelehrbare. „Umfragen zu Anfang unseres Projektes und nach Ablauf von gut zwei Jahren haben gezeigt, dass

sich die Zahl rauchender Kinder und Jugendlicher bei uns spürbar gesenkt hat“, freut sich Brand-Hastedt. Unter Jugendlichen gelte Rauchen nicht mehr so wie früher als „cool“. In den 9. Klassen bezeichneten sich von 84 befragten Schülerinnen und Schülern elf Jungen und acht Mädchen als regelmäßige Raucher. In den zehnten Klassen „outeten“ sich elf Mädchen und zwei Jungen als Raucher. Befragt worden waren 41 Schülerinnen und Schüler. „Immer noch viel zu viele, aber der Trend zeigt nach unten“, so die Pädagogin.