Bösel - Heute lassen sich ja ganz besonders raffinierte Schultüten basteln, zum Beispiel eine aus Stoff, die nach dem ersten Schultag zu einem Kissen umfunktioniert werden kann. Vielleicht können sich die Kinder später so besser an ihren ersten Schultag erinnern als viele Erwachsene heute.
Die Grundschule Bösel schult an diesem Samstag 71 Erstklässler ein, die Grundschule Petersdorf 14. Aus diesem Anlass hat die NWZ in Bösel nachgefragt: Wer kann sich noch an seinen Schulbeginn erinnern? Wenige, hat sich herausgestellt. Noch schwieriger war es, alte Fotos mit Schultüte ausfindig zu machen. Eine kleine Auswahl ist dennoch dabei herausgekommen.
Madita Bley leitet den katholischen Kindergarten St. Franziskus in Petersdorf und erinnert sich gerne an die Grundschulzeit – eine ganz besonders schöne Zeit im Leben, findet sie. An Gummitwist und Springseil-Springen denkt Kerstin von Garrel Seppel, Vorsitzende der Landfrauen Bösel, gerne zurück.
Und Markus Stammermann, Brudermeister der St.-Franziskus-Schützenbruderschaft Petersdorf? Er konnte sich schnell für alles Kreative begeistern. „In Werken habe ich immer eine Eins auf dem Zeugnis bekommen.“
An diesem Samstagmorgen gibt es für drei neue Klassen in der St.-Martin-Schule eine Einschulungsfeier mit Gottesdienst. Anschließend lernen die Schüler ihre Klassenlehrer kennen und haben ihren ersten Unterricht. Währenddessen sind die Eltern zu Kaffee und Kuchen im Schulgarten eingeladen, um sich gegenseitig kennenlernen zu können.
Genauso spannend wird es für die neue erste Klasse in der Grundschule Petersdorf. Nach der Segnungsfeier hat die Schule ein buntes Begrüßungsprogramm mit Spielen und Tanzliedern vorbereitet. Die von der Schule befüllten Schultüten überreichen dann die vierten Klassen den Einschulungskindern. Während die Schüler in ihre erste Unterrichtsstunde gehen, gibt es Kaffee und Kuchen für die Eltern.
Erinnerungen an den Schulbeginn
Erinnerungen an den Schulbeginn
Mit der Schultüte unter dem Arm ging es für Kerstin von Garrel-Seppel 1975 zum ersten Schultag in die Marienschule Friesoythe. Wie aufgeregt sie war, weiß die Vorsitzende der Böseler Landfrauen noch genau: „Ich war so aufgeregt und stolz, dass ich endlich zur Schule gehen durfte.“ In der Schultüte habe sie Süßigkeiten und Stifte gehabt. „Was man für die Schule so brauchte. Damals gab es noch keine großen Geschenke.“
Gut erinnern kann sich die heute 48-Jährige noch an die viel zu große Ledertasche. „Viel zu schwer für mich. Ich habe nach zwei Wochen eine neue bekommen.
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Erinnerungen an den Schulbeginn
Im Sommer 1984 ging es mit Mama und Papa zusammen zur Einschulung in der Grundschule Petersdorf. „Ich habe mich auf die Schule gefreut, war aber auch sehr ängstlich. Alles war so neu“, erinnert sich Markus Stammermann.Jede Menge Süßes habe es in der Schultüte zum Naschen gegeben, Filzstifte und Buntstifte zum Malen. Die Lehrerin habe er auch gleich gemocht. „Das war eine ganz Liebe.“
Mit zwölf Schülern insgesamt seien sie nur drei Jungen in der Klasse gewesen. Das Karussell auf dem Schulhof sei die Spielattraktion schlechthin gewesen, sagt der heutige Brudermeister der St.-Franziskus-Schützenbruderschaft.
Erinnerungen an den Schulbeginn
Gemeinsam für Qualität beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule (vorne v.l.): Madita Bley, Ursula Peters, Helga Hespe; stehend v.l.: Pfarrer Stefan Jasper-Bruns, Rita Schorling, Bürgermeister Hermann Block, Johanna Albers und Tanja Abeln (Netzwerk-Koordinatorin Frühe Hilfen beim Jugendamt Landkreis Cloppenburg).
Auf dem Schulhof sei sie eher die Ruhige gewesen. Insgesamt sei die Grundschulzeit eine besonders schöne Zeit gewesen.
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