BöSEL - 10.13 Uhr im Sekretariat der Haupt- und Realschule Bösel. „Guten Morgen, ich soll den Tageslichtprojektor abholen.“ – „Kein Problem, der steht da vorne links.“ Gertrud Halfpap hat wenige Sekunden zuvor den Telefonhörer aufgelegt. Sie zeigt dem Schüler den Tageslichtprojektor und steht bereits vor einer neue Aufgabe. Ein Fachlehrer der 8. Klasse bringt Daniela in den Ruheraum. „Gertrud, Daniela klagt über starke Magenschmerzen, kannst Du Dich um sie kümmern?“

Gertrud Halfpap arbeitet seit drei Jahren als Sekretärin an der Haupt- und Realschule Bösel – und die gelernte Rechtsanwalts- und Notargehilfin liebt ihren Job. „Er ist enorm vielseitig, und mir macht die Arbeit mit den Schülern und dem Kollegium riesig Spaß“, sagt die Frau, die gebürtig aus Sedelsberg im Saterland stammt und mittlerweile seit 27 Jahren in Bösel lebt.

Doch vorerst hat sie keine Zeit, etwas über ihre vielfältigen Aufgaben zu erzählen, denn schließlich geht Daniela vor, die mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Couch im Ruheraum Platz genommen hat. Halfpap kümmert sich um die Achtklässlerin, telefoniert mit deren Mutter und sorgt dafür, dass Daniela sicher nach Hause kommt und entsprechend betreut und versorgt wird.

„Die Zusammenarbeit mit den Schülern läuft gut“, sagt Halfpap, die im Schulzentrum die Akten und Dateien von 460 Schülern zu verwalten hat. Die Kinder seien ihr gegenüber offen, kontaktfreudig und dankbar. Gertrud Halfpap hat vor ihrer Karriere als Schulsekretärin lange Zeit im Sozialamt der Gemeinde Bösel gearbeitet – und der Wechsel an die Schule war anfangs nicht ohne. „Das erste Jahr war ganz schön heftig, aber jetzt bin ich froh, dass ich den Schritt gewagt habe“, sagt Halfpap, die neben den Schülern auch mit dem Lehrerkollegium eng zusammenarbeitet „In erster Linie bin ich natürlich für den Schulleiter da“, sagt Halfpap. Die Aufgaben reichten von der Formulierung der Elternbriefe über die Vermittlung von Telefonaten bis zur Erledigung aller möglichen Aufgaben.

In der Zusammenarbeit mit der Schulleitung und dem Kollegium regiert das Du. „Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis, die Atmosphäre an der Schule ist sehr angenehm“, sagt Halfpap, die die Aufgaben als Halbtagskraft zu bewältigen hat.

„Ich bin gerne hier, auch wenn es manchmal stressig zugeht“, sagt Halfpap – und denkt dabei insbesondere an die Zeiten vor den Zeugnissen und vor den Ferien. „Aber auch diese Zeiten lassen sich bewältigen“, sagt die Mutter von drei Kindern – Ina (21), Thomas (15), Dennis (12) –, die in Sachen Zeitmanagement offensichtlich keine Probleme hat.