BöSEL/MURRAY BRIDGE - Koalabären, Kängurus, Linksverkehr – Australien ist ganz anders als Deutschland. Das weiß jeder. Wie der Alltag aber konkret funktioniert, das haben Sarah Leser und Martina Schild aus Bösel gelernt. Die beiden sind gerade von ihrem dreimonatigen Australienaufenthalt nach Norddeutschland zurückgekehrt. Sarah und Marina sind 22 Jahre alt und Lehramtsstudenten. Beide studieren im Bachelor Englisch – Sarah Leser in Braunschweig, Martina Schild in Vechta.

Ihre Studienordnung schreibt einen dreimonatigen Arbeits-Aufenthalt in einem englischsprachigen Land vor. Deswegen sind die Freundinnen auf die Idee gekommen, gemeinsam nach Australien zu fliegen. Sarah Leser hatte bereits vor fünf Jahren einmal über einen Austausch des Albertus-Magnus-Gymnasiums Australien kennengelernt und den Kontakt zur damaligen Gastfamilie gehalten. Der sollte helfen, denn beide Studentinnen wohnten wieder bei Familie Jaensch in Murray Bridge in Südaustralien.

Während Martina Schild an einer öffentlichen Highschool unterrichtete, war Sarah Leser an einer Privatschule (sechste bis zwölfte Klasse) tätig. „Der Unterschied zu Deutschland ist enorm“, sagt Martina Schild. „Auf mündliche Beteiligung kommt es gar nicht an und das merkt man auch: Die Kinder haben einen MP3-Player im Ohr und spielen mit ihren Handys, während die Lehrer ihr Programm abspulen.“

Und Sarah Leser ergänzt, dass sie schon erstaunliche Erfahrungen in einer Hauptschule in Braunschweig gemacht hatte: „Das war schon hart, aber kein Vergleich mit der australischen Privatschule. Die ließen sich nichts sagen, diese verwöhnten Kinder“, sagt Sarah und muss schmunzeln.

Dass die Lehrer als Respektspersonen wahrgenommen wurden, haben beide nur selten erlebt. Und deswegen auch kämpfen müssen. Doch beide Studenten haben es geschafft, dass ihre Schüler am Ende auch tatsächlich gehorchten.

Mittlerweile ist auch Martina Schild von Australien und den Menschen begeistert: „Die sind alle offen, nett und sehr herzlich und dann diese atemberaubende Landschaft.“ Denn die beiden jungen Frauen waren nicht nur als Lehrerinnen tätig, sie waren auch als Touristen unterwegs. Und so waren sie mal eben an der Great Ocean Road (acht Stunden Anfahrt) und auch in Melbourne und Sydney.

Übrigens hat Sarah Leser nicht nur Deutsch an ihrer Schule unterrichtet: „Ich kann zwar kein Japanisch, aber am Ende musste ich selbst das unterrichten.“