BOKELESCH - Noch steht der Garten von Thekla Schulte nicht in voller Blüte, erst einige Krokusse, Narzissen und Tulpen strecken zaghaft ihre Köpfe der Frühlingssonne entgegen. Jetzt ist es noch ein bisschen früh, aber in vier Wochen blüht hier alles, weiß die 70-Jährige.
Sie blickt über ihren großzügigen Garten, den sie seit 45 Jahren pflegt und mit Hilfe ihres Sohnes Andreas er ist Landschaftsarchitekt in ein Schmuckstück verwandelt hat. Mehrere Male hat sie bereits an der Aktion Offene Gartenpforte teilgenommen und Interessierten ihren Garten gezeigt. Dabei teilt die Landfrau ihre langjährige Erfahrung auch gerne mit anderen.
Sträucher beschneiden
Gerade jetzt im Frühling fängt die Arbeit im Garten auch erst wieder richtig an. In Thekla Schultes Garten gibt es zum Beispiel viele Rosen. Sie sollten im Frühjahr beschnitten werden, je nach Witterung kann das ab Anfang April geschehen. Bis zu drei Augen über dem Boden kann man sie abschneiden. Die Augen der Rosen sind kleine Ausbuchtungen am Stamm, aus denen später neue Triebe wachsen. Düngen sollte man die Rosen jetzt und dann im Juni noch einmal. Vor allem muss darauf geachtet werden, dass die Rosen regelmäßig gegossen werden.
Auch Sträucher und Rankengewächse sollten jetzt beschnitten werden, damit sie nicht wuchern. Für Stauden hat die 70-Jährige den Tipp, sie zu teilen, wenn die Wurzeln groß genug sind. So können auch andere Stellen im Garten kostengünstig bepflanzt werden.
Ihren Garten düngt Thekla Schulte mit einem Gemisch aus Gartenerde, Torf und Kompost zu gleichen Teilen. Besonders der Kompost sei sehr nährstoffhaltig und verhindere, dass der Boden austrocknet. Um eine Austrocknung des Bodens zu verhindern, rät Thekla Schulte, auf übermäßiges Harken der Beete zu verzichten. Große Flächen könnten stattdessen mit Hackschnitzeln aus Holz bestreut werden. Das spart Arbeit, und auch das Unkraut kommt nicht so durch, sagt sie. Den gleichen Vorteil bietet auch eine dichte Bepflanzung, auch an schattigen Stellen. Hier fühlen sich Farne und Schmucklilien wohl.
Wer seinen Garten kalkt, sollte darauf achten, dass Heidekraut, Rhododendren und Zaubernuss dies nicht vertragen: Die mögen sauren Boden. Empfindliche Pflanzen, die keinen Frost vertragen, hat Thekla Schulte im Gartenhaus untergebracht. Fuchsien zum Beispiel lagert sie zudem über den Winter in einer mit Blättern ausgelegten Erdkuhle und topft sie im Frühjahr wieder ein.
Empfindliche Bohnen
Zur Umrandung von Beeten verwendet Thekla Schulte Buchsbaum. Er kann von Ostern bis Oktober beschnitten und in Form gebracht werden. Im Gemüsegarten war die begeisterte Gärtnerin bereits aktiv. Ihr Tipp: Bohnen nicht vor Mai beziehungsweise den Eisheiligen setzen, denn bis dahin kann es immer noch einmal Nachtfrost geben, den die empfindlichen Bohnen nicht vertragen. Und zum Schutz gegen Ungeziefer deckt sie Beete noch mit Folien ab.
