Neusüdende - An seinen ersten Schultag in der damaligen Grundschule Neusüdende kann sich Dieter Ahlers aus Neusüdende heute noch gut erinnern. Dort hat er einen guten Freund gefunden:

„Mein erster Schultag war Anfang August 1969 in der Grundschule Neusüdende. Dort waren zuvor schon fünf Generationen unserer Familie eingeschult worden. Wir waren der letzte Jahrgang. Nach uns wurde die Schule zu einem Kindergarten umgestaltet. Die Mitschüler von unserem Jahrgang kannte ich so gut wie gar nicht, denn Kindergärten gab es zu dieser Zeit nur selten. Damals wurde der erste Schultag noch nicht so groß gefeiert, wie es heute üblich ist.

Gegen 10 Uhr fuhr ich von meiner Mutter begleitet mit dem Fahrrad zur Schule. Dann wurden uns die Sitzplätze zugewiesen. Die Jungs saßen vorne links, ganz außen links in einer Reihe saßen die Mädchen, rechts die Schüler aus der zweiten Klasse und hinter uns die Schüler aus der dritten Klasse.

Mein Tischnachbar wurde Rolf Klockgether, mit dem mich bis heute eine innige Freundschaft verbindet. Unser Klassenlehrer war mir unheimlich. Später stellte sich heraus, dass er ein Fiesling war.

Für kleinste Vergehen, wie reden im Unterricht oder Hausaufgaben vergessen, kassierte man Schläge, meistens mit dem Rohrstock. Dass meine Großtante eine Nachbarin unseres Lehrers war und er mich dadurch ein wenig kannte, war für mich von Vorteil. Er nahm mich nicht ganz so hart ran wie meine Mitschüler.

Er unterrichtete uns in allen Fächern. Im Musikunterricht spielte er auf seiner eigenen Geige. Das Schlimmste im ersten Schuljahr war aber der Sohn des Lehrers. Wesentlich älter als wir, schikanierte und verprügelte uns dieser ständig.

An meinem ersten Schultag wurde bei uns auf dem Hof das Getreide geerntet. Die Nachbarn, die zur Erntezeit immer fleißig mithalfen, sagten mir zu, dass ab heute für mich der Ernst des Lebens beginnen würde. Doch ich wusste nicht wirklich, was damit gemeint war.

Nachmittags öffnete ich nun endlich meine Schultüte. Darin fand ich außer Obst noch Süßigkeiten vor. Insbesondere auch eine Tüte mit leckeren Bonbons, die ich dann unter einem Getreidehocken komplett verspeiste.“