BONN - BONN/AFP - Gut ausgebildete Fachkräfte aus Deutschland sind im Ausland zunehmend gefragt. Auch ältere und arbeitslose Deutsche bekommen bei ausländischen Arbeitgebern häufiger eine Chance, wie die Zentralstelle für die Arbeitsvermittlung (ZAV) in Bonn berichtete. Insgesamt vermittelte die internationale Personalagentur der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit im vergangenen Jahr demnach gut 12 700 Bewerber ins Ausland. Mit gut 10 800 gingen 85 Prozent von ihnen in europäische Länder, vorrangig in die Schweiz, nach Österreich und in die Niederlande.
Im Vorjahr hatte die ZAV erst gut 9100 Bewerber ins Ausland vermittelt. Seit mehreren Jahren steigen Angebot und Nachfrage deutlich an.
„Ausländische Arbeitgeber schätzen deutsche Fachkräfte, weil sie gut ausgebildet und qualifiziert sind“, erklärte ZAV-Dirketorin Monika Varnhagen. Bei zusätzlicher Berufserfahrung würden auch arbeitslose und ältere Bewerber eingestellt. Für Viele liege in dieser Wertschätzung eine große Chance für einen beruflichen Neuanfang. Den Angaben zufolge waren drei Viertel aller im vergangenen Jahr vermittelten Bewerber zuvor arbeitslos, 28 Prozent waren zwischen 40 und 50 Jahre alt und immerhin neun Prozent älter als 50. Nach Branchen waren laut ZAV die meisten in europäische Länder vermittelten Arbeitnehmer der Baubranche zuzurechnen, gefolgt von gewerblich-technischen Berufen. Für deutsche Bewerber habe unterdessen Kanada die USA als erstes Wunschland auf der Rangliste abgelöst.
