BOOKHOLZBERG - Menschenleer war am Sonnabendmittag der Strand des Sielingsees. Bei 17 Grad Lufttemperatur und gelegentlichen Schauern wollte niemand baden. Trotzdem war die Ganderkeseer DLRG zu einem „Wachdienst“ gekommen und hatte sogar Verstärkung mitgebracht: Vier Kinder im Alter von zehn und elf Jahren wollten sich ein Bild davon machen, wie der Einsatz am See aussieht.

Die bisweilen spielerisch anmutende Übung hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Seit etwa zwei Jahren, so sagte Heiko Girke, technischer Leiter bei der DLRG, sei das Interesse von Kindern und Jugendlichen am ehrenamtlichen Wachdienst spürbar gesunken. Woran das liegt? Girke zuckte die Schulter: Das Interesse am Schwimmen sei nach wie vor groß – nur sei es zunehmend schwierig, für ein unbezahltes Ehrenamt zu begeistern.

Mit ihren Wachdiensten sorgt die DLRG seit vielen Jahren am Sielingsee für ein Stück mehr Sicherheit beim Baden. An den Einsatztagen sind Teams aus drei oder vier Helfern mit Rettungsgeräten vor Ort. Darüber hinaus verstärkt die DLRG gelegentlich das Team des Freibades.

Für diese Einsätze, so kalkuliert Girke, würden übers Jahr hinweg etwa 30 Helfer mit Rettungsschwimmschein benötigt. Tatsächlich stünden derzeit etwa 20 zur Verfügung.

Um die Zahl zu erhöhen, will die DLRG Kindern zeigen, was der Wachdienst erfordert – und auch, dass er Spaß macht. Am Sonnabend hieß das: Girke sowie Christian Hasler, Marcel Steffen, Patrick Kasparak und Kai Müncheberg zeigten das Bootfahren, den Umgang mit Funkgeräten und anderen Rettungsmitteln – oder auch die Rettung eines erschöpften Schwimmers.

Interessierte, so sagte Heiko Girke, sollten keine Angst vorm Wasser haben, relativ gute Schwimmer sein und Lust zur ehrenamtlichen Teamarbeit mitbringen. Näheres ist jeweils dienstags von 18 bis 21 Uhr im Ganderkeseer Hallenbad, donnerstags von 19 bis 21 Uhr im DLRG-Vereinsheim in der alten Schule Bookhorn oder via Internet zu erfahren.