BOOKHOLZBERG - Auch wenn die Sonne ihren Auftritt verpasst hatte, die Schüler und die Lehrer der Grundschule Bookholzberg strahlten am Freitag umso mehr: Wurde doch die Photovoltaikanlage auf dem Dach ihrer Schule ihrer Bestimmung übergeben, die sie schon seit dem 5. November erfüllt: Strom liefern.
Rund drei Jahre habe es gedauert von der Idee bis zur Umsetzung, blickte Gaby Knutzen, zurück. Die Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule, der die Anlage betreibt, dankte allen Sponsoren, vor allem aber den Schülern, die „mit ganz vielen Runden um die Schule“ rund 10 000 Euro Eigenkapital erlaufen hatten.
Für Ex-Bürgermeister Gerold Sprung, der sich noch gut an die Anfänge der Planung erinnert, ist deren lange Dauer ein Zeichen für die langsam mahlenden Behördenmühlen. Zugleich sei der Erfolg aber auch ein Beweis für die „Hartnäckigkeit“, mit der Förderverein, Eltern und vor allem Schulleiterin Dörte Lohrenz am Ball geblieben seien. Sprung: „Jetzt haben wir nach ,voller Halbtagsschule‘ und ,selbstständiger Schule‘ eine ,unternehmerische Schule‘.“
Lohrenz’ Einsatz überzeugte auch Sven Siemering von Meyer Technik, der der Schulleiterin sogar einen Job anbot: „Wenn Sie sich mal beruflich verändern wollen, ist bei uns immer ein Platz frei“, meinte der Abteilungsleiter Elektrotechnik über „die ideale Projektleiterin“, die „bissig drangeblieben“ sei.
Zwar sind schon Solaranlagen auf Dächern von Schulen oder Sporthallen installiert. Zumeist sind das aber kommunale oder – wie auf der Realschule Ganderkesee und geplant in Heide – Bürgersolaranlagen. Der Förderverein nimmt als Betreiber hingegen eine Vorreiterrolle ein.
Die 90 000 Euro teure Anlage werde, so erklärte Knutzen, so viel Strom liefern, wie sechs Einfamilienhäuser im Jahr benötigen. Ein Display soll ab Januar ständig die Strommenge anzeigen, womit die Solaranlage auch in den Unterricht eingebunden wird. Und Siemering hat kalkuliert, dass rund 1000 Euro pro Jahr erwirtschaftet werden. „Die kommen natürlich der Schule zugute“, betonte Knutzen.
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