Bookholzberg - Außen bunt angestrahlt, innen nur mit Kerzen und Lichterketten beleuchtet, herrschte am Freitagabend in der Bookholzberger Kindertagesstätte „Sonneninsel“ eine besondere Stimmung: Dort wurde nicht nur ein Lichterfest gefeiert, sondern auch das 25-jährige Bestehen der Einrichtung am Vollersweg.

In dunklen Räumen wurde mit fluoreszierenden Farben unter Schwarzlicht gemalt, geturnt oder gekegelt, dazu gab es Schattenspiele und noch andere Bewegungs- und Kreativangebote. Draußen hatten Besucher Gelegenheit, zusammen mit der Pfadfindergruppe „Moorfüxe“ am offenen Feuer Stockbrot zu backen.

Lichterfeste wie dieses gab es noch nicht, als die Kita im August 1994 den Betrieb aufnahm. „In der Anfangszeit waren wir noch im VHS-Trakt untergebracht, weil die Bauarbeiten noch liefen“, erinnert sich Edith Ohlenbusch, die bis heute die Leitung der Einrichtung hat. Überhaupt waren Bau- und Erweiterungsmaßnahmen die ständigen Begleiter des Alltags in der Lebenshilfe-Kita. Schließlich wuchs der Platzbedarf über die Jahre stetig.

Von Anfang an wurden in einer Kindergartengruppe der „Sonneninsel“ Kinder mit Beeinträchtigungen betreut. 2011 war die Einrichtung die erste im gesamten Landkreis, die mit einer integrativen Krippengruppe startete.

Aus anfänglich zwei Kindergartengruppen am Vormittag und einer „Schnuppergruppe“ an einigen Nachmittagen wurde über die Jahre eine Kindertagesstätte, in der heute bis zu 78 Kinder, teils ganztägig bis 16.45 Uhr, betreut werden. 1994 war der Bedarf noch ein ganz anderer: „Viele Mütter waren noch zu Hause“, erinnert sich Edith Ohlenbusch. „Die Betreuungszeit bis 13 Uhr war damals fast revolutionär.“ Wer sein Kind zum Mittagessen im Kindergarten ließ, sei damals mit Argwohn betrachtet worden, so die Kita-Leiterin.

Heute ist das völlig anders: In fast allen Familien sind beide Eltern berufstätig, die kürzeste Betreuungszeit endet um 14 Uhr und fast alle Kinder nehmen ihr Mittagessen in der Einrichtung ein.

Seit etwa fünf Jahren wird auf der „Sonneninsel“ das Motto „Gesund groß werden“ noch intensiver gelebt als ohnehin schon: Neben regelmäßigen Bewegungsangeboten wird der Fokus auf gesunde Ernährung und seelische Gesundheit gelegt. Letzteres bedeute, dass beispielsweise Rückzugsmöglichkeiten geboten würden, erklärt Edith Ohlenbusch. Auch als „Kita mit Biss“ sei die Einrichtung zertifiziert. „Nach jeder Mahlzeit putzen sich bei uns alle die Zähne.“

Wie schnell die 25 Jahre seit der Gründung vergangen ist, merkt die Kita-Leiterin immer dann, wenn ehemalige Schützlinge mit ihren eigenen Kindern zurückkehren. Edith Ohlenbusch fragt ihre früheren Kindergarten-Kinder dann, ob sie jetzt gesiezt werden möchten. Fast immer bekommt sie ein entschiedenes „Nein!“ zur Antwort.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee