BOOKHOLZBERG - Das weltweite Netz bietet für Kinder und Jugendliche jede Menge wissens- und lernenswerte Inhalte – aber eben auch Sex und Gewalt und die Möglichkeit, durch unbedachte Handlungen viel Geld zu verlieren. Weil auch an den Schulen heute internetfähige Computer zur selbstverständlichen Ausstattung gehören, müssen Lehrer oft mit Argusaugen über die Aktivitäten ihrer Schützlinge am Bildschirm wachen.
An der Hauptschule und der Realschule Bookholzberg haben es die Pädagogen jetzt etwas einfacher. Die Software „Schulfilter Plus“ der gemeinnützigen GmbH „Time for Kids“ kontrolliert jede Internetadresse, die ein Schüler von einem der Rechner aufruft. Nur wenn sie als unbedenklich eingestuft wird, kann er auf die Inhalte zugreifen.
Haupt- und Realschule sind mit ihrem gemeinsamen Computerraum damit Vorreiter im Landkreis. Im Rahmen des Pilotschulen-Programms „Kinder- und Jugendschutz im Internet“ der Landesinitiative „n-21“ können sie die Software ein halbes Jahr kostenlos einsetzen und Erfahrungen sammeln. Nach der Testphase werden jährliche Gebühren für die Software fällig. Während der Testphase wird die Schule als „Fortbildungszentrum“ für Lehrer anderer Schulen dienen und auch Elternabende zum Thema soll es geben.
Am Donnerstag war Andreas Klett, einer der Geschäftsleiter von „Time for kids“ in der Schule, um das Projekt offiziell zu starten. Ebenfalls vor Ort waren Hans-H. Hubmann, der erste Kreisrat Rolf Eilers, SieglindeJahn vom Fachdienst Jugend und Schule der Gemeinde Ganderkesee und CDU-Ratsmitglied Heiko Ahlers. Der CDU-Kreisvorsitzende Hubmann hatte sich als Pate für das Projekt im Landkreis zur Verfügung gestellt und die Schule ausgesucht. „Mir hat immer sehr imponiert, wie sich die Lehrer hier – auch in ihrer Freizeit – um das Computerangebot gekümmert haben“, begründet er seine Entscheidung.
Robert Pietschner, Lehrer an der Realschule ist angetan von dem elektronischen „Stoppschild“. Aus 65 Kategorien kann er als Systemadministrator bequem die aussuchen, die er für die Schüler sperren will. „Und wenn ein Lehrer bestimmte Inhalte freigeben will, weil sie für ein Unterrichtsprojekt gebraucht werden, kann er das auch ganz einfach einrichten“, erklärt er.
Zum Konzept an beiden Schulen gehört auch, dass Mobiltelefone, mp3-Player und andere Geräte während der Schulzeit nicht benutzt werden dürfen. „Wir können aber nicht alles verhindern“, so Dieter Beckmann, Leiter der Realschule. Deshalb sollen auch die Eltern für das Thema sensibilisiert werden. Damit die Kinder auch am heimischen PC unter Kontrolle sind, gibt es von „Time for Kids“ auch eine Privatversion des Filters.
