BOOKHOLZBERG - Im Zuge der Diskussion um das schlechte Abschneiden deutscher Kinder und Jugendlicher bei den verschiedenen Pisa-Studien „wird hauptsächlich etwas für den Kopf getan“, kritisiert Annerose Dresch. Sozialer und emotionaler Bildung hingegen werde viel zu wenig Beachtung geschenkt. „Dabei kommt jedes Kind doch als Ganzes in die Schule“, verweist die in Heilpädagogik ausgebildete Erzieherin der Kita Sonneninsel in Bookholzberg auf die Einheit von Körper, Geist und Seele.

Für neun Kinder der Sonneninsel gab es in den vergangenen Wochen ein spezielles Programm, um die kindliche Persönlichkeit insgesamt zu stärken. „Das hat sehr gut gewirkt“, unterstrichen Annerose Dresch und ihre Kollegin Christine Bell am Mittwoch zum Abschluss des Präventionsprogramms „Kindergarten plus“, das von der Deutschen Liga für das Kind entwickelt worden ist.

Programm mit Modulen

Das Programm besteht aus neun Bausteinen, die mit den fünfjährigen Mädchen und Jungen möglichst innerhalb eines halben Jahres abgearbeitet werden sollen. Es geht dabei um Sinne und Gefühle, Beziehungen, Grenzen und Regeln sowie die eigene Identität.

„Wir haben uns intensiv mit Gegensätzen wie Trauer und Fröhlichkeit oder Angst und Mut beschäftigt“, resümierte Dresch. Dabei ging es auch darum, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken und sie zu ermuntern, deutlich auszusprechen, was sie – auch im Umgang mit Erwachsenen – nicht wollen.

Lions-Club finanziert

Die beiden Erzieherinnen waren im Rahmen eines Fortbildung auf das Projekt vorbereitet worden. Außerdem musste entsprechendes Material für die Arbeit mit den Kindern beschafft werden. „Wir sind dem Lions-Club Oldenburger Geest dankbar, dass er die Umsetzung des Projektes durch eine Spende möglich gemacht hat“, betonte Dresch. Der Erfolg sei beachtlich – nicht nur bei den Fünfjährigen. „Wir sind den Kindern sehr nahe gekommen.“

Das Präventionsprogramm soll nun für weitere Gruppen genutzt werden, kündigte Dresch an.

Mehr Infos unter

www.kindergartenplus.de