BOOKHOLZBERG - Graffiti dienen oft nur bedingt der Verschönerung ihrer Umwelt. In vielen Fällen können sie gut und gerne als Schmiererei bezeichnet werden, alles andere als Kunst. Dass es auch anders geht, will nun Sönke Buschmeyer mit seiner Sprayer-Gruppe des Bookholzberger Jugendzentrums „Kaffeepott“ zeigen.
Zum Hintergrund: Das Schulzentrum Bookholzberg möchte seine kargen Wände verschönern. „Ich habe schon mal für die Gemeinde gearbeitet“, sagt Sönke Buschmeyer, Honorarkraft im Jugendzentrum „Kaffeepott“, das zurzeit umgebaut wird. „Ich habe zum Beispiel gemeinsam mit den Kindern das Graffito an der Grundschule Dürerstraße gestaltet.“
Nun will er mit einer Gruppe Jugendlicher zwei Wände an der Haupt- und Realschule Bookholzberg besprühen. „Das sind große Flächen“, sagt Sönke Buschmeyer. „Dafür brauchen wir bestimmt die ganzen Sommerferien.“ Finanziert wird das Projekt von der Gemeinde.
Aber es soll eben nicht einfach drauflos geschmiert werden. „Ich arbeite absichtlich nur mit einer kleinen Gruppe Jugendlicher“, so Sönke Buschmeyer. „Ich möchte ihnen Graffiti richtig vermitteln.“ Anhand von Bildern in Hip Hop-Magazinen zeigt er ihnen die „Old School“ – den alten Stil der Sprayer New Yorks. Am Ende soll ein Schriftzug mit einem „Character“ – einer Figur – entstehen.
Doch bis dahin müssen die sechs Teilnehmer noch fleißig üben. Beim ersten Treffen am Dienstag im Rethorner Ausweichquartier „Treff“ wurde erst einmal nur mit Bleistift und Radiergummi herumprobiert.
Sprayer-Erfahrungen haben die Jugendlichen noch nicht. „Ich habe zu Hause schon ein bisschen probiert, aber an Wände habe ich noch nicht gesprüht“, sagt Matti Westendorf (12).
Mit viel Übung könne das Sprühen eine wahre Kunst sein, so Sönke Buschmeyer. „Deswegen ist es gut, wenn man Wände von der Gemeinde bekommt. Man muss nicht illegal sprühen“, sagt der 21-Jährige. „Dafür setze ich mich mit meiner Arbeit beim Jugendzentrum ein.“
