Bookholzberg - Als der Film im Sommer 2017 erstmals in der ARD ausgestrahlt wurde, schrieb ein Kritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Man sollte ,Ich gehöre ihm’ in Schulen zeigen.“ Genau das geschah am Montagmorgen in Bookholzberg: Der aufwühlende Fernsehfilm „Ich gehöre ihm“, der schildert, wie eine 15-Jährige zunehmend in die Abhängigkeit eines „Loverboys“ gerät und auf dem Straßenstrich landet, war für die Mädchen des neunten Jahrgangs der Auftakt des alljährlichen Suchtpräventionstages.

Abhängigkeit von Personen war das Thema, mit denen sich die neunten Klassen beschäftigten. „Das betrifft vor allem Mädchen“, erklärte Nina-Verena Müller, die Sozialpädagogin der Oberschule. Nicht jeder Fall ende so drastisch, wie der Film es schildert – Abhängigkeit, die mit Liebe verwechselt wird, könne für Teenager trotzdem schwerwiegende Folgen haben wie die Entfremdung von der Familie oder Freunden.

Den Jungen des neunten Jahrgangs wurde unterdessen „Partykompetenz“ vermittelt: soziales Verhalten, bewusster Umgang mit Alkohol, das Achten auf Freunde – alles, was zu beachten ist, damit eine Party nicht aus dem Ruder läuft. Auch sie sahen einen Film zum Thema. Für alle Neuntklässler endete der Suchtpräventionstag dann mit einem Vortrag von Petra Klein von der Opferschutz-Vereinigung „Weißer Ring“: Sie klärte über die Gefahr von K.o.-Tropfen auf: Der dadurch einsetzende Kontrollverlust sei doppelt schlimm, warnte Klein, weil zur zeitweisen Willenlosigkeit später oft die mangelnde Nachweisbarkeit komme, die es erschwere, die Straftat anzuzeigen.

Die Filme und Beispiele waren eindringlich, kommen im realen Alltag der Jugendlichen in dieser Region indes selten vor, betonte Kriminaloberkommissar Jörg Eggers von der Drogen-Sachbearbeitung der Polizei in Delmenhorst. „Hier gibt es wenig Probleme, hier guckt man hin und achtet aufeinander.“ Dennoch sei es wichtig, die Jugendlichen für die Gefahren zu sensibilisieren.

Darum vor allem geht es der Oberschule beim jährlichen Präventionstag. Jeder Jahrgang wurde mit Süchten konfrontiert, die im jeweiligen Alter zum Problem werden können: Bei den Jüngsten in den fünften Klassen ging es um Cybermobbing und Internetabhängigkeit, bei den Sechst- und Siebtklässlern um Nikotin und Alkohol, der achte Jahrgang wurde über Spielsucht aufgeklärt und die zehnten Klassen erfuhren von Jörg Eggers viel über Risiken und Folgen des Drogenkonsums. Generell lobte der Experte von der Polizei den Ansatz des Suchtpräventionstages: „Großes Kompliment für die Oberschule – es gibt noch zu wenige Schulen, die das so gut machen.“