BOOKHOLZBERG - BOOKHOLZBERG - Diese Schulstunde muss schon etwas Besonderes sein, wenn sich Schüler der 10. Klasse sogar freiwillig melden, um daran teilzunehmen. Denn eigentlich galt der Besuch von Romain Bardot nur den Sechst- bis Neuntklässlern der Realschule Bookholzberg. Doch der Ruf, eine flotte, interessante und „einfach mal andere“ Französischstunde zu unterrichten, eilte Bardot wohl voraus. Nicht zu unrecht: Es war etwas ganz Besonderes.

Bardot ist Stipendiat der Robert Bosch Stiftung und hat von der Französischen Botschaft eine didaktische Ausbildung zum France Mobil-Referenten erhalten. Und mit diesem France Mobil machte der Student gestern Station in Bookholzberg. Im Gepäck hatte der gebürtige Franzose aus Orléans Spiele, CDs, Videos und eine Menge Ideen, wie eine 45-minütige Schulstunde spielerisch gestaltet werden kann.

„Bonjour! Comment ça va?“, begrüßte Bardot die Schüler des Französisch-Wahlpflichtkurses der 9. Klassen. Und auch danach ging es auf Französisch weiter. Nicht immer verstanden alle auf Anhieb, was Bardot mit ihnen vorhatte. Dennoch waren alle voll und ganz bei der Sache und erlebten eine Stunde, in der sie einen Eindruck des französischen Rap bekamen und auch ihre Kenntnisse über die französische Landeskunde unter Beweis stellen konnten.

Letzteres allerdings weniger erfolgreich: Paris siedelten die Schüler viel zu weit südlich an, Straßburg lag plötzlich im Landesinneren. „Was die Geographie betrifft, muss ich euch eine Sechs minus geben“, scherzte Bardot.

Ziel der France Mobil-Referenten ist es, dass Schüler mit Spaß an die französische Sprache herangehen. „Wir wollen verhindern, dass sie das Fach abwählen“, nennt Bardot seine Befürchtungen, die bis vor kurzem gerechtfertigt waren. Als das Projekt im Jahr 2002 entstanden ist, entschieden sich immer weniger Schüler für Französisch als zweite Fremdsprache. Heute sei der Negativ-Trend gestoppt. „Bis zu 30 Prozent aller Grundschüler, die zuvor das France Mobil kennen gelernt haben, entscheiden sich für Französisch“, erzählt Bardot. In Frankreich sind die Zahlen ähnlich. 25 bis 30 Prozent wählen das Fach Deutsch. In Frankreich besuchen Deutsch Mobile die Schulen.

„Wichtig ist, dass Kinder mal einen echten Franzosen erleben“, ist Bardot überzeugt. Auch bei Tibke Vehlies kam der Besuch gut an. Die Französischlehrerin kennt ihre Schützlinge gut. Vehlies freute sich, wie selbst schüchterne Schüler aus sich hinauskamen und ihre Sprachbarrieren überwanden. „Eine besondere Stunde“, fand auch sie.