BORBECK - Erstmals nach 45 Jahren trafen sich jetzt 44 ehemalige Schüler der früheren Grundschule Borbeck aus den Geburtsjahrgängen 1946, 1947 und 1948 im Borbecker Dörphus zu einem Klassentreffen. Das Gebäude der alten Grundschule befindet sich heute noch auf dem Grundstück neben dem Dörpshus, wurde zuletzt als Heim für Asylbewerber genutzt und wird vom neuen Besitzer bald abgerissen. So war jetzt die letzte Gelegenheit, die Schule noch mal zu sehen.
Eingeschult wurden die Klassen in den Jahren 1951, 1952 und 1953. Die Idee zu dem Treffen hatten vor etwa einem halben Jahr Heini Ostendorf und Rolf Wemken: Beide wohnen in Borbeck. „Ich habe mich dann auf die Suche nach den Adressen gemacht. Etwa ein halbes Jahr habe ich gebraucht, bis ich alle ausfindig gemacht hatte“, erzählte Rolf Wemken von den Vorbereitungen.
Besonders freuten sich die Organisatoren über eine Nachricht von Otilie Coldewey (90) aus Wiefelstede, der Ehefrau eines ehemaligen Klassenlehres. „Die hat uns extra angerufen und uns einen schönen Abend gewünscht“, berichteten Ostendorf und Wemken. Vor dem gemütlichen Beisammensein wurde erst mal zum Klassenfoto vor dem Dörpshus Aufstellung genommen. „An dieser Stelle, wo wir jetzt stehen, war früher mal der Schulgarten. Dort wurde vor allem Gemüse wie Radieschen, Kohl und Wurzeln angebaut, um den Kindern zu zeigen, wie wichtig das ist. Auch das Anlegen von Gemüsebeeten gehörte zum Unterricht“, erzählte Heini Ostendorf.
Auch Schulausflüge wurden damals unternommen. Die Erinnerung an einen Ausflug mit Pferd und Wagen zum Mühlenteich in Varel brachte die Organisatoren gleich wieder zum Schmunzeln. „Die Ausflüge fanden immer in Begleitung von Elternteilen statt. Eine etwas korpulentere Mutter wollte am Mühlenteich in ein Boot steigen. Das Boot bekam prompt Schlagseite und die Mutter rutschte ab und landete in voller Montur im Mühlenteich“, erinnert sich Rolf Wemken. Die älteren Jahrgänge wurden auch noch aus der Schule in Borbeck entlassen. Der Konfirmationsunterricht fand in Wiefelstede statt. Einige der Schüler hatten es damals schon faustdick hinter den Ohren. „Unser Pastor Schmidt hatte ein Fahrrad mit Hilfsmotor. Der Motor wurde auf den Reifen aufgelegt. Da haben wir kurzerhand den Reifen mit Fett eingerieben mit der Folge, dass der Motor nicht mehr funktionierte. Der Pastor musste dann ganz ohne technische Unterstützung in die Pedale treten, um nach Wiefelstede zu kommen“, erzählte Rolf Wemken.
„Die Folge dieses Streiches war eine ordentliche Moralpredigt, und der Konfirmandenunterricht fand fortan in Neuenkruge statt“, fügte Heini Ostendorf hinzu.
Die Ehemaligen wollen sich bald wieder treffen.
