BRAKE - Wir sind frei, strahlt Elena Fomko. Zwölf Jahre sind geschafft, die Prüfungen bestanden. Das Abi haben die 20-Jährige und ihre Schulkameraden des Gymnasiums in der Tasche. Das wurde am Dienstag mit Getöse und lautem Gesang gefeiert.
Unter dem Motto Bacabi 12 Jahre Rum zogen die 85 Abiturienten vom Oberstufengebäude in der Kirchenstraße quer durch die Stadt zum Philosophenweg und ließen es auf dem Pausenhof krachen.
Während sich die Mitschüler aus den unteren Jahrgängen über einen ereignisreichen und unterrichtsfreien Vormittag freuten, waren die Lehrer Leidtragende des Vergnügens. Ob Karaoke, Wasserpistolenduell, Puddingwettessen aus Windeln oder Tauziehen gegen einen Traktor keiner der Pädagogen blieb verschont. Einige hatten vorsorglich die Flucht ergriffen, die meisten beugten sich jedoch tapfer ihrem Schicksal.
Hendrik Hermann schien offensichtlich sogar Spaß bei seiner Interpretation des Michael-Jackson-Songs Billy Jean zu haben, und Antke Vater löffelte ehrgeizig ihren Schokobrei aus der Windel. Die meisten Spiele welch Wunder an so einem Tag gewannen die Schüler.
Verantwortlich für die Streiche war im Vorfeld das Abischerz-Komitee, bei der Umsetzung aber durfte der ganze Jahrgang ran. Alle machen alles. Wir haben ja schließlich alle Abi gemacht, fasst Tom Wessels zusammen. Es galt, den Wagen zu schmücken, Lippenstift auf die Gesichter der Umstehenden zu verteilen, für ordentlich Stimmung und Abkühlung zu sorgen. Letztere fand nach der Konfiszierung der Wasserpistolen durch den Schulleiter zwar ein jähes Ende aber auch das konnte die Laune nicht trüben. Zu glücklich waren die Abiturienten über ihren ersten großen Etappensieg in Richtung Zukunft.
Weil vor dem Feiern in diesen Zeiten nach dem Feiern ist, ging es am Abend mit der finalen Abifete weiter. Und dann? Ist erstmal Schluss, erklärt Jannika Schmidt. Bevor der viel zitierte Ernst des Lebens beginnt, wird noch Urlaub gemacht und herzlich über die singenden Lehrer im Ballett-Tutu und in klatschnassen T-Shirts gelacht.
