BRAKE - Im ländlichen Raum werden Landmaschinenmechaniker benötigt – so auch in der Wesermarsch. Die schulische Ausbildung zum Landmaschinen-Mechaniker wird im Berufsbildungszentrum in Brake vorgenommen, seit Jahren schon. Doch damit ist jetzt Schluss. BBS-Schulleiter Arthur Post hat angekündigt, zum 1. September 2008 keine Landmaschinen-Mechaniker mehr in Brake beschulen zu wollen. „Wir haben schon seit Jahren pro Jahrgang nur etwa vier bis fünf Schüler“, sagt Arthur Post auf Nachfrage. Deswegen sollen die Schüler nun in Rostrup (Ammerland) oder Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) zur Schule gehen.

Die Entscheidung gegen Brake als Beschulungsstandort begründet Post: „Der Beruf ist so speziell geworden. Früher haben wir eine Gemeinschaftsklasse mit den KfZ-Mechanikern gebildet, das geht nun nicht mehr.“ Da in Rostrup und Wildeshausen die Landmaschinen-Mechaniker-Klassen ähnlich klein wie in Brake sind, werden die nun zusammengelegt, so Post.

Zunächst hatte die Schulleitung vorgehabt, auch die Auszubildenden, die im September ins vierte Lehrjahr kommen, nach Rostrup oder Wildeshausen zu schicken. Doch das hatte die betroffenen Schüler auf den Plan gerufen. „Wir sehen ein, dass so kleine Klassen nicht rentabel sind, aber wir haben nach den Sommerferien nur noch zwölf Wochen Unterricht und im Dezember theoretische Prüfung“, sagt der Jader Auszubildende Tobias Wallrafe: „Wir fürchten um unsere Noten.“

Nun steht es fest: Die sechs Landmaschinen-Mechaniker im dritten Lehrjahr werden ihre schulische Ausbildung in Brake beenden. „Wir haben das intern besprochen, der zuständige Kollege wird Überstunden machen und die Schüler weiter betreuen“, kündigt Post gegenüber der NWZ an.

Nun können Tobias Wallrafe und seine Kollegen sich wieder auf ihre Gesellenprüfung konzentrieren, eine Umgewöhnung und Stress mit einem neuen Schulort wird es für sie nicht geben. Alle weiteren Landmaschinen-Mechaniker werden ab dem 1. September nach Wildeshausen oder nach Rostrup gehen müssen. „Die Schüler haben dann mindestens eineinhalb Jahre Zeit bis zur Gesellenprüfung“, sagt Schulleiter Arthur Post. Genug Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen.