Brake - Die Jugend sei infolge der in ihr schlummernden Kräfte zu allem Neuen bereit. Das betonte schon der Soziologe und Philosoph Karl Mannheim (1893-1947). Diese Feststellung hat auch nach Jahrzehnten immer noch Bestand. Was aber bedeutet es, in der heutigen Zeit ein Kind zu sein? Und wie sieht der Alltag von Kindern je nach Elternhaus, Bildungsangeboten, Medien und Umwelt aus?
In ihrem Fachvortrag ging die Referentin und Buchautorin Dr. Heidrun Bründel auf viele Fragen ein. Auf Einladung der Koordinierungsstelle Sprachbildung und Sprachförderung des Landkreis Wesermarsch war sie kurzfristig für Professor Dr. Klaus Hurrelmann eingesprungen, der aus Krankheitsgründen hatte absagen müssen. Mit ihm zusammen hat Heidrun Bründel das Fachbuch „Kindheit heute – Lebenswelten der jungen Generation“ veröffentlicht.
In den Räumen der Kreisvolkshochschule (KVHS) an der Bürgermeister-Müller-Straße 35 in Brake fand am Donnerstag die Fachtagung mit Vortrag, Diskussionsrunde und Informationsständen statt. Diese Veranstaltung hatten federführend Regina Hartmann, Susanne Kunz, Margret Schnars und Kerstin Ulke organisiert. Die Fachtagung fand in dieser Form zum ersten Mal statt.
Mehr als 100 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt. Sie konnten sich vor und nach dem Vortrag von Heidrun Bründel an zahlreichen Ständen informieren. So waren beispielsweise die Mitarbeiterinnen der Kinder- und Familienservicebüros anwesend, um über ihre Arbeit zu berichten. Auch übers KINT-Projekt wurde informiert. Mit dabei waren Vertreterinnen des Kindergartens Klettermax aus Brake, die über die Bunte Gruppe berichteten. Das Haus der kleinen Forscher (Kindergarten Mitte Nordenham) wurde ebenso vorgestellt wie die Aktivitäten des Sprachheilkindergartens Nordenham.
Die Fachtagung wurde von den Familienhebammen genutzt, um auch über ihren Einsatz im Bereich Früher Hilfen zu informieren. Das Modellprojekt Musik des Montessori-Kinderhauses und der Grundschule Eichendorff fand ebenfalls Beachtung. Auf Interesse stieß gleichfalls die Kooperation des Kindergartens Einswarden und der Grundschule Einswarden.
Vorgestellt wurde zudem ein Hörtraining bei Sprachentwicklungsstörungen: Audiva war vor 15 Jahren in Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten entwickelt worden. Bei dem System handelt es sich um ein Training, das Gehör und Wahrnehmung durch eine besondere Darbietung von harmonischer Musik schult. Das System sieht vor, dass auf die musikalische Anregung eine Übungsphase mit Sprache folgt, sofern dies dem Störungsbild nach notwendig ist.
