BRAKE - BRAKE - Ob der Zug zugig oder unpünktlich, die Toilette sauber oder das Personal recht freundlich ist – zukünftig können Pendler auf der Bahnstrecke Hude-Nordenham ihren Frust oder ihre Begeisterung in einem „ÖPNV-Tagebuch“ aufzeichnen.
Die Idee hierzu hatte Eckardt Ritter, der sich beim Fahrgastbeirat im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) für die Wesermarsch einsetzt. „Wir wollen mit diesem Pilotprojekt herausfinden, ob sich auf der Wesermarschstrecke seit der Einführung der neuen Triebwagen ET 425 die Situation verbessert hat“, informiert Ritter. Bislang kam es auf der Strecke Hude-Nordenham immer wieder zu Verspätungen, nicht zuletzt wegen des veralteten Lok- und Wagenmaterials.
Der Fahrgastbeirat hat nun 110 „ÖPNV-Tagebücher“ für die Wesermarsch drucken lassen, die von Realschülern aus Rodenkirchen auf der Strecke an Pendler verteilt werden. Zudem sollen 500 Fragebögen an Wenigfahrer ausgegeben werden (auch auf der Strecke Hude-Bremen). Von 6 bis 19 Uhr werden die Schüler am Freitag, 4. März, in den Zügen unterwegs sein. „Die Schüler übernehmen auch die Auswertung der Tagebücher und Fragebögen“, so der Realschullehrer Heiko Thaden. Die Signifikanz, also die Aussagekraft der Umfrage, wurde indes bislang nicht getestet, auch auf statistische Auswertungsverfahren werde verzichtet. „Es soll für die Schüler nicht zu kompliziert werden“, so Thaden, der seit sechs Jahren Projekte zum ÖPNV an der Realschule Rodenkirchen leitet. Während die ausgeteilten Fragebögen an Ort und Stelle wieder eingesammelt würden, sollten Fahrgäste, die ein „ÖPNV-Tagebuch“ führen möchten, diese an die Realschule zurücksenden. „Gebührenfrei“, betont Ritter. Das Projekt werde vom VBN
finanziert.
Gespannt ist der Fahrgastbeirat nun auf die Resonanz bei den Fahrgästen. Falls diese gut aus, soll die neue Methode zur Fahrgastbefragung auch auf weitere Bahnstrecken ausgedehnt werden.
