BRAKE - Das St.-Bernhard-Hospital ist zwar ein so genanntes Haus der Grund- und Regelversorgung und verfügt somit über keine eigene Kinderklinik. Dennoch werden auch in der Braker Klinik immer wieder Kinder behandelt – bei Notfällen ebenso wie im orthopädischen und im Hals-Nasen-Ohren-Bereich.

Dass Kinder bei den Ärzten des St.-Bernhard-Hospitals in guten Händen sind, haben drei Mediziner nun schwarz auf weiß. Chefarzt Dr. Stefan Hübner (46) und die beiden Oberärzte Thomas Demmer (38) und Ruth Oelsen – sie verstärkt ab dem 1. August das Anästhesisten-Team des Hospitals – haben jetzt erfolgreich die Fortbildung „Spezielle Kinderanästhesie“ abgeschlossen. Beim Deutschen Anästhesiekongress in Leipzig haben sie ihre mündliche Prüfung abgelegt und ein Zertifikat erhalten, das bislang erst 120 Anästhesisten in Deutschland besitzen.

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, weiß Stefan Hübner, Chefarzt der Anästhesie des St.-Bernhard-Hospitals. Soll heißen: Sie bedürfen einer besonderen Betreuung und Behandlung. Das gilt für die Dosierung von Medikamenten ebenso wie für die Schmerztherapie, die sich oft an Operationen anschließt.

Ihr Rüstzeug haben die drei Anästhesisten in der Kinderklinik in Oldenburg-Kreyenbrück mit auf den Weg bekommen. Das war die Voraussetzung, um nun auch die Zusatzqualifikation erwerben zu können. Die Fortbildung bestand im Wesentlichen aus einem dreitägigen Notfall-Kursus, den die Mediziner, die auch als Notärzte in der Wesermarsch tätig sind, in Hannover absolviert haben. In dem Kurus wurden alle denkbaren Notfall-Szenarien, die Kinder betreffen können, trainiert. Den Abschluss bildete die Prüfung in Leipzig.

Das Fortbildungsprogramm hat der Wissenschaftliche Arbeitskreis Kinderanästhesie konzipiert. Wer das Zertifikat erworben hat, weist damit eine besondere Kompetenz in der anästhesiologischen Versorgung von Früh- und Neugeborenen sowie Säuglingen und kritisch kranken Kindern, die beispielsweise durch einen Herzfehler vorbelastet sind, nach.

Am St.-Bernhard-Hospital werden laut Hübner jährlich rund 200 Kinder im HNO- und bis zu 100 Kinder im orthopädischen Bereich versorgt. Die jungen Patienten und ihre Eltern könnten „nun sicher sein, dass sie es mit fachkompetenten Ärzten zu tun haben“, versichert Hübner.