BRAKE - Wenn nach den Sommerferien das neue Schuljahr beginnt, haben Manuela und Thomas Klaus aus der Langen Straße ein Problem. Sie sind beide berufstätig und können nur mit Mühe eine Betreuung ihres Sohnes Tom-Nico, der dann vom Kindergarten in der Schule wechselt, gewährleisten. Zusammen mit zwei anderen Elternpaaren haben Manuela und Thomas Klaus jetzt die Elterninitiative „Hopp, Hopp, Hort!“ ins Leben gerufen, die sich für die Einrichtung von Hort-Plätzen in Brake stark macht.
In der Kreisstadt herrscht akuter Mangel an einem Betreuungsangebot für Grundschulkinder in den Nachmittagsstunden. Zwar bieten der Caritas-Kreisverband im Haus des Lebens sowie der Kinderschutzbund im Kinderhaus „Blauer Elefant“ Hortplätze an. Diese insgesamt 26 Plätze reichen jedoch vorne und hinten nicht aus, zumal sie vorrangig für bestimme Zielgruppen bestimmt sind. Thomas Klaus verweist auf eine Erhebung des Landkreises aus dem Jahr 2007, nach der in Brake 109 Plätzen gebraucht würden. Er geht davon aus, dass der Bedarf seit dem noch gestiegen ist.
Unterschriften gesammelt
Das glaubt auch Manuela Klaus, die zahlreiche Unterschriften für die Einrichtung von Hortplätzen gesammelt hat. Bei Gesprächen mit Eltern hat sie erfahren, dass diese oft zu Notlösungen greifen müssen, um die Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder zu gewährleisten. Viele berufstätige Mütter geben ihren Job notgedrungen auf, wenn ihre Kinder in die Schule kommen.
Das möchte Manuela Klaus selbst nicht tun. Ihr Sohn wird nach den Sommerferien an drei Tagen in der Woche einen Hortplatz in der Gemeinde Ovelgönne in Anspruch nehmen. Allerdings müssen ihn seine Eltern mit dem Taxi dort hinbringen lassen – das verursacht beträchtliche Kosten.
Die Elterninitiative hat die Fraktionen des Braker Stadtrats angeschrieben. WGB und die CDU/Grünen-Gruppe haben in Pressemitteilungen bereits versichert, dass sie die Forderung nach Hortplätzen unterstützen werden (dieNWZ
berichtete). Von der SPD gibt es nun ein ähnliches Signal. Fraktionsvorsitzender Hans-Dieter Lohstroh hat den Bürgermeister angeschrieben und den Antrag gestellt, dass die Verwaltung ein Hortangebot unter Abwägung der verschiedenen Alternativen erarbeiten möge.„Keinen Schnellschuss“
Auch Bürgermeister Roland Schiefke hat der Elterninitiative seine Unterstützung zugesagt. Zwar rät er von einem „Schnellschuss“ ab, weil dieser zu Lasten der Qualität einer Nachmittagsbetreuung gehen könnte. Schiefke kann sich aber gleichwohl vorstellen, in der Grundschule Hammelwarden kurzfristig ein Betreuungsangebot zu realisieren. Beim Umbau des Schulgebäudes sei eine solche Option bereits berücksichtigt worden.
Familie Klaus und ihre Mitstreiter hoffen nun, dass die positiven Signale aus Rat und Verwaltung nicht nur Lippenbekenntnisse sind, sondern schnell entsprechende Beschlüsse und Taten folgen.
