BRAKE - BRAKE - Ob eine Keilerei auf dem Schulhof, Mobbing oder Taschengelderpressung, Gewalt an Schulen gehört auch in der Wesermarsch zum Alltag. Darin sind sich Anika Mackenrodt vom Bildungsnetzwerk (Bine) und Ute Mescheder vom Präventions- und Integrationsprojekt „Print“ einig. Gemeinsam haben sie ein Konzept zur Gewaltprävention an Schulen entwickelt.

Ihr Anliegen ist, ein häufig tabuisiertes Thema auf die Tagesordnung zu setzen: Gewalt an Schulen. Rückendeckung bekommen sie durch einen neuen Erlass des Niedersächsischen Kultusministeriums. Der sieht vor, dass an Schulen Sicherheitskonzepte entwickelt werden müssen.

Das Bildungsnetzwerk und „Print“ sind nun gemeinsam an Schulen herangetreten, um diese bei der praxisnahen Umsetzung von Sicherheitskonzepten zu unterstützen. Zum Angebot gehören die Beratung der Schulen bei der Entwicklung eines Programms zur Gewaltprävention, die Unterstützung beim Entwurf individueller Lösungen sowie konkrete Maßnahmen wie die Meditationsausbildung für Pädagogen oder die Gestaltung der Elternarbeit. Darüber hinaus bieten sie Fortbildungen für Lehrer an.

Neu entwickelt haben Bine und Print ein siebenteiliges Workshop-Angebot. Ziel ist die Qualifizierung der Lehrer in den Methoden des Sozialtrainings: Verbesserung der Selbst- und Fremdwahrnehmung, Stärkung der kommunikativen Kompetenz bei Kindern und Jugendlichen oder Deeskalation von Gewaltsituationen. „Dazu gehört auch die Beantwortung der Frage: Wie gehe ich als Lehrer mit Konfliktsituationen um, wie thematisiere ich das in der Klasse“, erklärt Mackenroth.

„Es geht uns nicht darum, dass die Schulen jetzt drei Wochen Übungen zur Gewaltprävention machen“, betont Meschede. Es sei viel wichtiger, dass auf Gewalt adäquat reagiert und im Unterricht besprochen werde.