BRAKE - BRAKE - Zur Verabschiedung des Leiters der Realschule Brake, Falk Ernstson, kam Meinrad Rohde von der Landesschulbehörde mit leeren Händen. Der 60-Jährige tritt in der Altersteilzeit die so genannte Freistellungsphase an, seine offizielle Entlassungsurkunde wird er erst mit Eintritt in den „richtigen“ Ruhestand per Post erhalten.
Ernstson war sieben Jahre als Rektor an der Realschule Brake tätig, zuvor hatte er die Realschule Berne geleitet. Seine pädagogische Tätigkeit begann er 1973 als angestellter Lehrer in Oldenburg. Rohde würdigte Ernstson als einen tatkräftigen und engagierten Schulleiter, dem die politische Bildung der Schüler und Schülerinnen ein besonderes Anliegen gewesen sei. „Sie verlassen jetzt eine Großbaustelle“, sagte Rohde mit Blick auf die weiteren Reformen, die im Schulbereich in nächster Zeit anstehen.
Die Schulstrukturreform habe Ernstson alles andere als letzte ruhige Dienstjahre beschert, stellte der stellvertretende Oberkreisdirektor Michael Höbrink fest. Mit seinem Elan habe er dazu beigetragen, dass die Realschule an ihrem Standort geblieben sei. Dafür gebühre Ernstson Dank und Anerkennung.
Um die Zukunft der Realschule müsse man sich keine Sorgen machen, sagte Höbrink. Mit Georg Brau, dem ehemaligen Leiter der aufgelösten Orientierungsstufe Brake-Nord, habe man einen guten Nachfolger gefunden
Für das Lehrerkollegium würdigte Jürgen Dehn den scheidenden Rektor. Ernstson habe den Zusammenhalt des Kollegiums gefördert und stets auch ein offenes Wort für die Sorgen und Nöte der Schüler gehabt. Besonders hob er Ernstsons Schlagfertigkeit und Beharrlichkeit heraus.
Der Schulelternratsvorsitzende Michael Kurz dankte Ernstson für die konstruktive Zusammenarbeit. Er habe Elternanliegen immer wohlwollend behandelt und ihm persönlich den Rücken auch dann noch frei gehalten, wenn er sich wie ein Elefant im Porzellanladen benommen habe.
Für den Personalrat würdigte Christine Blank Ernstson Engagement. „Es war eine angenehme Zusammenarbeit“, stellte sie fest.
Falk Ernstson nahm den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum Anlass für einige mahnende Worte zum Abschied. Schülerinnen und Schüler seien empfänglich für die polarisierenden und vereinfachenden Darstellungen rechtsextremistischer Gruppen und Parteien, warnte er. Die Gefahr für die demokratische Gesellschaft durch rechtsextremistische Kräfte müsse in der Schule nicht nur ein Thema sein, weil es in den Rahmenrichtlinien stehe, sondern weil sich der Nazi-Terror nicht wiederholen dürfe, appellierte Ernstson, als Schule wachsam zu sein und sich herausgefordert zu fühlen. „Politische Bildung muss beim Schüler ansetzen, seinen Interessen, seinem Alltag und Umfeld“, forderte er. Dabei müsse der Lehrende der Mitlernende sein.
