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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Bei Jobverlust möglichst schnell handeln

09.03.2019

Bremen /Brühl Diese Situation wünscht sich kein Arbeitnehmer: Die eigene Stelle wird abgebaut, man selbst plötzlich entlassen oder der befristete Vertrag nicht verlängert. Was nun?

Wer schnell in einen neuen Job wechseln will, sollte mit der Vorbereitung beginnen, sobald das Ende der aktuellen Beschäftigung absehbar ist. „Man sollte bei der Personalabteilung um ein Zwischenzeugnis bitten, um sich bewerben zu können“, rät Dagmar Nitschke, Karrierecoach aus Bremen. „Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass das Zwischenzeugnis korrekt und wohlwollend formuliert ist, da das Endzeugnis auf dieser Basis ausgestellt wird.“

Wer mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte bei einem Arbeitgeber beschäftigt war, sollte jetzt die eigenen Bewerbungsunterlagen zusammenstellen und aktualisieren. Nitschke rät, die Profile in digitalen Business-Netzwerken auf den gleichen Stand zu bringen.

Außerdem sei es der richtige Zeitpunkt, um ein persönliches Ziel zu formulieren – je nach Berufs- und Lebenssituation kann das ein Umstieg, Arbeitszeitaufstockung oder -reduktion bedeuten. Auch ein Branchenwechsel oder eine Weiterbildung sollten durchdacht werden.

Bei der Suche nach einem neuen Job kann das eigene Netzwerk entscheidend sein. Nitschke empfiehlt, eine Liste mit allen Kontakten zusammenzustellen, die man über die Stellensuche informieren möchte. Das können bisherige Geschäftspartner oder Kunden des Arbeitgebers sein. „Vorher sollte man sich gut überlegen, ob man auf der anderen Seite direkt wieder mit dem ehemaligen Unternehmen zusammenarbeiten möchte oder lieber nicht“, sagt die Expertin. „Voraussetzung ist natürlich, dass kein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart wurde, das dem entgegensteht.“

Ob man im Falle einer Kündigung Anspruch auf eine Abfindung hat, hängt vom Einzelfall ab – und es wird oft vor Gericht entschieden.

Je nach Branche kommt es vor, dass Mitarbeiter schon mit dem Zeitpunkt ihrer Kündigung freigestellt werden: Sie arbeiten nicht weiter, beziehen aber Gehalt, bis das Arbeitsverhältnis endet. Auch darauf besteht kein Anspruch. „Der Arbeitgeber kann bis zum letzten Tag die Leistung des gekündigten Mitarbeiters verlangen“, sagt Felser.

Wer nicht direkt in eine neue Stelle wechselt, kann Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. „Eine Voraussetzung dafür ist, dass man nicht mehr als 15 Stunden pro Woche arbeitet, also beschäftigungslos ist“, erklärt Vanessa Thalhammer von der Agentur für Arbeit in Nürnberg. „Weiterhin muss man für die Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen.“ Im Normalfall ist eine weitere Voraussetzung, dass man in den vergangenen zwei Jahren mindestens zwölf Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat – unter bestimmten Bedingungen gibt es hier Ausnahmen.

„Spätestens am ersten Tag ohne Beschäftigung muss man sich persönlich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitslos melden“, erklärt Thalhammer. Damit gilt gleichzeitig das Arbeitslosengeld als beantragt.

Wer selbst gekündigt hat, hat häufig keinen Anspruch auf die direkte Zahlung von Arbeitslosengeld. „Hier wird der Eintritt einer Sperrzeit geprüft“, so die Expertin. „Sie tritt nicht ein, wenn man aus einem wichtigen Grund gekündigt hat.“ Das könne etwa sein, wenn man geheiratet hat und für den neuen Ehepartner in eine andere Stadt zieht.

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