Wildeshausen - Ganz Europa redet über den Brexit, den Austritt Großbritanniens aus der EU. Auf Gut Spascher Sand ist das Gegenteil der Fall: Ab kommendem Schuljahr wird im Sach-Fachunterricht der Klassen 3 und 4 Englisch gesprochen. „Das gibt es in Niedersachsen noch nicht so oft“, erklärt Susanne Klein, Schulleiterin der Grundschule. Bereits heute wird im Kindergarten sowie ab Klasse 1 auf Gut Spascher Sand Englisch gesprochen.

Das Konzept für den bilingualen Sach-Fachunterricht hat Englisch-Lehrkraft Tina Pössel erarbeitet. Vier Stunden Sachunterricht gibt es pro Woche; in mindestens zwei werde Englisch gesprochen. Es werden sowohl die Sprache als auch Inhalte vermittelt, erläutert die 44-jährige Pädagogin am Dienstag. Zwei Lehrkräfte, darunter eine Englisch-Lehrkraft, begleiten die Kinder. Fachbegriffe sollen auf Englisch sowie auf Deutsch erklärt werden. Gut 50 Kinder in den Jahrgängen 3 und 4 profitieren ab dem Sommer von dem neuen Angebot.

Die Vorteile des zweisprachigen Unterrichts liegen laut Pössel auf der Hand: „Die Sprachentwicklung wird gefördert und fremdsprachliche Kompetenzen entwickeln sich besser.“ Bilingualität fördere zudem Kreativität, Aufmerksamkeit und besonders die Flexibilität im Denken. Vorurteile, die Grundschulkinder würden weder Deutsch noch Englisch richtig sprechen, sieht Pössel klar widerlegt: Kinder, die bilingual lernen, schneiden nicht nur in der Fremdsprache, sondern auch in der Muttersprache und in anderen Fächern besser ab. „Je früher man eine Sprache lernt, umso besser.“

Die Idee zum bilingualen Sach-Fachunterricht kam im Herbst, erläutert die Schulleiterin. „Unser großes Plus ist es, dass wir so etwas gleich umsetzen können.“ Ein intensiver Englisch-Unterricht sei auch ein Herzensanliegen der Familie Rixen, die die Privatschule gegründet hat. Für die Integrierte Gesamtschule auf Spasche werde derzeit ein ähnliches Konzept entwickelt.

Beim „Wassertag“ der Grundschule am Dienstag, 16. Mai, werde der zweisprachige Unterricht vorgestellt (siehe Kasten). Die Viertklässler Arved, Julia, Jan, Lukas und Jonas ordnen schon einmal englische Wörter dem Wasserkreislauf an der Tafel zu. Bei der Frage, welches ihr liebstes englisches Wort ist, muss Julia nicht lange überlegen: „Dog!“ Sagt’s und streichelt Schulhündin Daisy, die vorm Klassenzimmer wartet.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent