Friesoythe - Viele junge Menschen werden nicht mehr mit Krankheit und Alter konfrontiert. Daher vereinbarten Annette Niemann, Lehrerin der ersten Klasse in der Ludgeri-Schule, mit dem Heimleiter des St. Elisabeth-Hauses, Heinz Wübben, einen Schnuppertermin, damit die Grundschüler die älteren Bewohner und das Haus kennenlernen konnten.
Die Idee zu der Initiative: „Jung und Alt leben meist in getrennten Welten“, so Wübben. Umso wichtiger sei es, Brücken zwischen den Generationen zu schlagen. „Die Kinder können von den Erfahrungen älterer Menschen profitieren.“ Und es mache Spaß, Gutes zu tun.
Bei der Begrüßung der Kinder erlebte Wübben sofort eine sehr schöne Überraschung. Die Kleinen hatten einen Schlüssel mitgebracht, den sie dem Diakon für sein Projekt „Schlüsselkreuz“ überreichen wollten. Jeder sprach einen Kommentar beim Einwerfen in die Box. Anschließend ging es dann in die Kapelle, wo der Diakon eine kleine „Religionsstunde“ über sichtbare und unsichtbare Schlüssel abhielt.
Danach gingen alle in die einzelnen Wohnbereiche. Die Kinder begrüßten ganz unbekümmert und sehr offen die Bewohner und kamen schnell mit ihnen ins Gespräch. Zum Abschluss sangen alle zusammen „Der Kuckuck und der Esel, die hatten einen Streit . . .“. Füße wippten, Hände klatschten. „Die Gedanken sind frei“, warf kurz darauf ein älterer Herr in die Runde. Wübben erwiderte: „Ja, das ist auch ein Lied, aber das werden die Kinder beim nächsten Mal singen.“
Ziel des Treffens war es, Kindern und alten Menschen ein generationsübergreifendes Erlebnis zu ermöglichen und Schwellenängste abzubauen. „Schon jetzt können wir erkennen, dass die Besuche die Kinder und auch die alten Menschen sehr bereichern“, da waren sich Niemann und Wübben einig. „Die Senioren werden an ihre Kinder erinnert. Gemeinsames Singen, Geschichten und kleine Bastelarbeiten sorgen für Unterhaltung, trainieren das Gehirn und wecken die Heimbewohner regelrecht auf.“
Auf der anderen Seite hätten die Jungen und Mädchen im Altenheim ein Bild davon bekommen, wie sich Menschen im Laufe eines Lebens verändern und lernten den Umgang mit Hochbetagten. „Und – was uns ganz besonders wichtig ist– dass man alten Menschen mit Achtung begegnet“, so Niemann und Wübben, die sich einig waren, dass dies nicht der letzte gemeinsame Termin sein sollte.
