BüMMERSTEDE - Viele Kinder klagen schon im Grundschulalter über Rückenschmerzen. Wie dies verhindert werden kann, zeigte die Grundschule Bümmerstede am Mittwoch mit einem Tag des bewegten Unterrichts. Die Schule hatte sich für das Projekt „Bewegte Schule“ des niedersächsischen Kultusministeriums beworben – und den Zuschlag für einen Besuch bekommen. Das Konzept setzt auf Gesundheitsprävention an Grundschulen.
„Seit 2007 läuft das Projekt, und wir haben das Ziel, auch höhere Schulen mit einzubeziehen“, erzählt Barbara Wilmerding, Physiotherapeutin und Betreuerin des Projekts an den Schulen.
Hüpfen bei Begrüßung
Der gesamte Unterricht ist von bestimmten Bewegungsabläufen durchzogen. Das ist neu für die Schüler der Klasse 1a. „Es ist schön, mal was anderes im Unterricht zu machen, als nur am Platz zu sitzen“, sagt Jeremy Wiedermann (6). Schon die Begrüßung ist anders als sonst. Die Schüler sitzen nicht dabei, sondern hüpfen oder drehen sich. „Ich gebe den Lehrern Anregungen, wie sie ihren Unterricht bewegungsreicher gestalten können“, so Wilmerding. „Durch eine Rhythmisierung von Bewegung schalten die Schüler alle Sinne ein und ihre Konzentration wird gefördert.“
Es ist kein Geheimnis, dass vielen Kindern heute die Bewegung fehlt. Die meiste Zeit des Tages verbringen sie sitzend in der Schule oder vor dem Fernseher. „Darum erleben sie ihre Umwelt meist passiv“, sagt Wilmerding. „Das Problem ist, dass bestimmte Bewegungsreize wichtig sind für eine gesunde Entwicklung.“
Deshalb will die niedersächsische Landesregierung zu mehr Gesundheit durch Bewegungsförderung beitragen. Der beste Ort, wo man dies leicht umsetzten kann, ist die Schule. Im bewegten Unterricht werden verschiedene Themen mit den Schülern erarbeitet.
So lernen sie zum Beispiel ihre Wirbelsäule kennen, und es wird ihnen gezeigt, wie sie ihren Schulranzen richtig packen, so dass sie ihren Rücken nicht zu sehr belasten. „Das ist ein wichtiger Aspekt. Der Schulranzen kann zur Stärkung des Kinderrückens beitragen, aber nur wenn er richtig getragen und gepackt wird“, erklärt Barbara Wilmerding.
Vor dem Reden Ball fangen
Ein gesunder Rücken geht natürlich auch mit viel Bewegung einher. Deshalb ist der ganze Unterricht von Bewegungen durchzogen. Die Schüler müssen aufstehen, wenn sie etwas sagen, und dürfen nur sprechen, wenn sie einen Ball fangen.
Das gefällt ihnen. „Es macht Spaß, sich die ganze Zeit zu bewegen“, sagt Nouela Scherienwulf (7). Auch Klassenlehrerin Beatrice Gramberg ist begeistert. „Ich werde auf jeden Fall die Begrüßung mit Bewegung in meinen Unterricht übernehmen“, kündigt sie an.
Damit das Projekt nachhaltig Wirkung trägt, wurden auch eine Lehrerfortbildung und ein Elternabend angeboten, bei denen auch die Erwachsenen zur aktiven Mitarbeit befähigt werden.
