Waddewarden - Wangerlands CDU ist in Sorge um die Gymnasien in Friesland. „Mit der Schulgesetznovelle will Rot-Grün jetzt alles umkrempeln, was sich in Niedersachsen bewährt hat“, kritisierte Kreisvorstandsmitglied Jens Damm bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend in Waddewarden.
Nach dem neuen Schulgesetz sollen Gesamtschulen künftig Gymnasien oder Oberschulen ersetzen können; bislang sind Gesamtschulen nur als Ergänzung neben diesen Schulformen erlaubt. „Zu befürchten ist, dass Friesland als rot-grüner Muster-Landkreis ganz schnell die Möglichkeiten des neuen Schulgesetzes nutzen wird – wir erwarten den Antrag auf eine dritte Gesamtschule im Südkreis“, sagte Damm.
75 Minuten Fahrzeit
Würde eine dritte IGS mit gymnasialer Oberstufe eingerichtet, könnte es für Mariengymnasium Jever und Lothar-Meyer-Gymnasium Varel sowie die beruflichen Gymnasien an den Berufsbildenden Schulen in Jever und Varel eng werden. „Wenn wir Glück haben, bleiben am Ende je eine gymnasiale Oberstufe in Varel und Jever übrig“, sagte Damm.
Untermauert wird seine Befürchtung durch die Ausweitung der „zumutbaren Entfernung“ zu einem Gymnasium auf 75 Minuten pro Strecke. „Das könnte nach dem neuen Schulgesetz dazu führen, dass Gymnasiasten aus dem Wangerland künftig nach Varel müssen – die Zeit würde reichen“, meint Damm.
Er sieht in der Gesetzesnovelle einen Versuch, das Schulwesen zu zentralisieren: „Es wird große, zentrale Integrierte Gesamtschulen geben, aber keine anderen Schulformen mehr in der Fläche.“
Die CDU wolle mit aller Kraft für den Erhalt der Gymnasien kämpfen, kündigte Damm an. Denn: „Es ist fraglich, ob eine IGS tatsächlich alle ganz unterschiedlichen Bildungsbedürfnisse erfüllen kann“, meint auch Klaus-Peter Koch.
Ideen für Kommunalwahl
CDU Gemeindeverbands-Vorsitzende Alice Brandenburg-Bienek zog eine positive Bilanz der Arbeit im vergangenen Jahr. 2014 sei geprägt gewesen vom Bürgermeister-Wahlkampf – den hat der CDU-Kandidat zwar verloren, doch bei der gleichzeitig stattfindenden Europawahl waren die Christdemokraten stärkste Kraft im Wangerland.
„Darauf sind wir sehr stolz“, sagte Brandenburg-Bienek: „Diesen positiven Trend wollen wir fortsetzen und ausbauen.“ Bereits jetzt beginnen die Vorbereitungen auf die Kommunalwahl 2016 – dazu sammelt der Vorstand bereits Ideen.
Dieter Behrens-Focken, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, berichtete über die „immer konstruktive, oft harmonische und nie langweilige“ Zusammenarbeit in der Fraktion. 776 Stunden lang haben die sieben CDU-Ratsmitglieder im vergangenen Jahr insgesamt getagt, um Themenfelder wie Bildung und Betreuung, Tourismus und Infrastruktur, Gewerbeansiedlung und Windenergie zu bearbeiten. „Und alles geschieht unter dem Vorbehalt, dass die Gemeinde Wangerland einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen muss“, sagte er. Die CDU sehe als ihre Aufgabe an, das Verständnis im rat dafür zu schärfen, dass auch kreditfinanzierte Investitionen den Haushalt belasten.
