Jever - Für einen Tag wurde jetzt der Biologieraum des Mariengymnasiums in Jever zum Gentechniklabor. Referendare des Studienseminars Wilhelmshaven experimentieren hier mit Bakterienstämmen und versuchten, ihre Eigenschaften mit Hilfe gentechnischer Verfahren in ganz bestimmter Weise gezielt zu verändern.

Dass sie solche komplizierten Experimente in der Schule durchführen können, verdanken sie den Lehrern Manfred Buchner und Dr. Peter Flache. Beide haben in Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen-Nürnberg ein transportables Experimentier-Kofferset zusammengestellt, mit dem die Verfahren an jeder Schule durchgeführt werden können. Und um es vorweg zu sagen: Die transformierten Bakterien, die bei diesen Experimenten entstehen, sind natürlich völlig ungefährlich.

„Schlüsseltechnologie für die Zukunft oder Teufelszeug?“ – so lautete die Fragestellung, die über diesem Kursus stand und die von den Referenten versucht wurde, zu beantworten. „Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Wir möchten unsere Schüler in die Lage versetzen, zu wissenschaftlichen Entwicklungen und deren möglichen Folgen differenziert Stellung beziehen zu können. Deshalb haben wir dieses Experimentierset entwickelt und führen diesen Kurs schon zum 50. Mal durch“, erläuterte Dr. Martin Lichte, stellvertretender Schulleiter des Mariengymnasiums.

„Gentechnik ist letztlich ein Werkzeug. Und mit jedem Werkzeug kann man Gutes oder auch Schlechtes herstellen. In der Medizin sind Gentechnische Verfahren längst Standard“, sagte Lichte. So werde Insulin etwa, anders als früher, nicht mehr von Tieren entnommen, sondern von Mikroorganismen hergestellt. „Die ethische Diskussion um diese Technik bleibt sehr wichtig und dazu braucht man eben Grundlagenwissen, um zu rationalen Bewertungen zu kommen.“