CLEVERNS - Die Grundschule Cleverns muss dringend saniert werden: Weder entsprechen die Gebäude energetisch dem heutigen Stand, noch bietet die Schule derzeit ausreichende Möglichkeiten für den Unterricht.
Ob die Grundschule Cleverns tatsächlich saniert wird, ist indes noch nicht entschieden. Dennoch hat der Verwaltungsausschuss drei jeversche Architekten beauftragt, Ideen für eine Modernisierung zu erarbeiten, die die Erweiterung um ein Ganztagsangebot sowie die Angliederung des Kindergartens Sandelermöns berücksichtigt.
Substanz bleibt erhalten
Am Mittwoch stellten die Planer Friedel Meyer, Erich Poppen und Torsten Zoeke ihre Entwürfe in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Schulausschuss in Cleverns vor. Die Pläne werden jetzt in den Fraktionen weiterdiskutiert.
Den drei Entwürfen gemeinsam ist, dass sich die Ansicht der Bausubstanz kaum verändern soll. Die Kosten für die Umsetzung liegen zwischen 1,6 und 1,9 Millionen Euro. Während Zoeke einen komplett ebenerdigen Umbau vorsieht und das Dachgeschoss nicht anfassen würde, sehen Meyer und Poppen auch einen Ausbau des Dachgeschosses vor.
Nach dem Plan Zoekes wären im jetzigen Klassentrakt ein Werkraum, zwei Klassenräume mit Gruppenräumen und ein Musik/Computer-Raum untergebracht. In der ehemaligen Hausmeisterwohnung fänden Mehrzweckraum/Mensa, Küche, Lehrerzimmer und zwei weitere Klassenräume Platz. Der Kindergarten soll nach Zoekes Plan auf dem Freigelände hinter der Hausmeisterwohnung errichtet werden.
Auch der Entwurf Poppens sieht einen Kindergartenanbau hinter der Hausmeisterwohnung vor. Der Klassentrakt wird nach seinen Plänen durch Glaswände um Gruppenräume ergänzt. Den Eingang zur Schule verlegt er zur Sporthalle. Die Hausmeisterwohnung würde er zu Musik/Computerraum, Schulküche, Büro und Lehrerzimmer umbauen, den Werkraum im Obergeschoss lassen. „Das Dachgeschoss bietet ein Risenpotenzial für den Betrieb als Ganztagsschule“, schließt Poppen einen späteren Ausbau nicht aus.
Ausbau des Daches
Nach dem Entwurf von Meyer könnte auf einen Anbau für den Kindergarten verzichtet werden: Die beiden Gruppen würden Platz in der jetzigen Hausmeisterwohnung plus Verwaltungstrakt finden. Der Haupteingang würde in den Klassentrakt verlegt, weitere Unterrichtsräume würde er ins Dachgeschoss legen, wo durch den Einzug von Gauben mehr Platz geschaffen werden könnte. Zum Ausbau zur Ganztagsschule sieht Meyer Erweiterungspotenzial in einer Aufstockung des SanitärTrakts.
In der Grundschule Cleverns muss etwas passieren – das ist keine Frage, denn die Gebäude entsprechen weder pädagogischen noch energetischen Anforderungen.
Bei der Planung ist von Rat und Verwaltung Weitsicht gefragt: Denn wem nutzt eine moderne Grundschule, wenn es mittelfristig möglicherweise keine Kinder mehr gibt, die sie besuchen?
Was nun notwendig ist, bevor viel Geld in die Hand genommen wird, ist ein Konzept zur Schulentwicklung. Dieses Konzept muss die demographische Entwicklung ebenso berücksichtigen wie die Tatsache, dass in Jever bereits jetzt Grundschulen nicht mehr voll ausgelastet sind.
So bitter es ist: Auch die Standortfrage muss dabei gestellt werden.
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