CLOPPENBURG - Die beiden städtischen Haupt- und Realschulen Pingel Anton/Galgenmoor und Leharstraße sollen zum Schuljahr 2012/2013 in Oberschulen umgewandelt werden. Das hat der städtische Schulausschuss am Mittwochabend im Rathaus bei einer Enthaltung beschlossen.

Die Rektorin der HS/RS Leharstraße, Marlene Altevers, betonte, dass eine „schulformbezogene Oberschule“ eingerichtet werde – das heißt, dass die Haupt- und Realschüler ab Klasse fünf weiterhin getrennt unterrichtet werden. An zwei Tagen in der Woche findet ein verpflichtendes Ganztagsangebot statt. An den übrigen Tagen ist die Teilnahme freiwillig. „Soweit ein Ganztagsangebot an mehr als drei Tagen stattfinden soll, verzichten Schulträger und Schule auf die Bereitstellung finanzieller und personeller Ressourcen“, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung der Verwaltung.

Der Schulleiter der HS/RS Pingel Anton/Galgenmoor, Paul Nienaber, erklärte, dass die Umwandlung „nicht unbedingt die Zustimmung der Lehrerkollegen“ finde. Schon einmal – in 2004 – hätten sich die Lehrer dem politischen Willen gebeugt: Seinerzeit waren die Haupt- und Realschulen zusammengelegt worden.

Die Vertreter von UWG (Constanze Korfhage), SPD (Franz-Josef Wilken) und Grünen (Martina Reichel-Hofmann) betonten, dass sie die Einführung der Oberschule zwar begrüßten, jedoch die gemeinsame Beschulung unter dem Dach einer Gesamtschule vorzögen.

Schulleiterin Altevers hielt daraufhin ein Plädoyer für das getrennte Lernen von Haupt- und Realschülern. Während Hauptschüler – häufig mit sprachlichen Defiziten – mit einem gehörigen Anteil Praxis auf den Beruf vorbereitet werden sollten, hätten überdurchschnittliche Realschüler häufig das Potenzial, nach der zehnten Klasse auch noch das Abitur zu machen. Schwache Hauptschüler und gute Realschüler zusammen in einer Klasse zu unterrichten – das sei „nur Theorie“.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland