CLOPPENBURG - Gut 3200 Kilometer hat Natalia Grebenshchikova zurückgelegt. Derzeit hospitiert die Deutschlehrerin aus Wolgograd (Russland) am Clemens-August-Gymnasium. „Ich liebe Deutschland“, sagt Grebenshchikova. Sie ist zum ersten Mal in Cloppenburg.
Seit zwei Wochen nimmt die 57-Jährige am Unterricht teil. „Eine gute Gelegenheit, etwas über das deutsche Schulsystem zu erfahren“, sagt sie. Besonders beeindruckt sie, wie den Kindern schon von der fünften Klasse an Demokratie beigebracht wird. Sei es in Programmen wie den Schulschlichtern oder einfach durch die Ermutigung, sich selbst eine Meinung zu Themen zu bilden.
In Russland sei das Schulsystem noch viel stärker auf die Vermittlung von Wissen ausgerichtet, erklärt sie ihren deutschen Kollegen. Im Moment werde das System aber reformiert.
Grebenshchikova arbeitet an einem Lyzeum, an dem 1500 Schüler unterrichtet werden. „Wir unterrichten in zwei Schichten, da wir zu wenig Räume haben“, berichtet sie. Deutsch sei in Russland mittlerweile von Englisch als erste Fremdsprache abgelöst worden, erzählt sie weiter. Sie versuche im Unterricht den Schülern nicht nur die Sprache, sondern auch die Deutsche Kultur zu vermitteln. Aber auch die Deutschen in Russland sind ein Thema.
Am CAG erzählt sie den Deutschen Schülern von Russland und ihrer Heimatstadt. „Wolgograd hat zirka eine Million Einwohner. Die Stadt zieht sich 80 Kilometer an der Wolga entlang“, so Grebenshchikova.
In Cloppenburg gefällt es der Lehrerin sehr gut. Untergebracht ist sie bei Dr. Ulrich Schulte-Wieschen in Essen. Von dort geht es jeden Morgen mit der Bahn nach Cloppenburg. „So lernt sie auch den Schülertransport kennen“, scherzt ihr deutscher Kollege Martin Liebske.
