CLOPPENBURG - Die „Rote-Schule-Reporter“ – zwölf Kinder ab sieben Jahren – gehen in den nächsten Wochen unter der Leitung des Stadtjugendpflegers Thorsten Meyer und des pädagogischen Mitarbeiters Sascha Behrens Alltagsfragen auf den Grund: Warum wird man Nonne oder Mönch? Wie viel Power hat ein Bauer? Was macht eigentlich ein Notarzt im Krankenwagen?
Thema „Sehbehinderung“
Am Montag wurden die Reporter von Martina Kowalski besucht. Die sehbehinderte Frau vom Blinden- und Sehbehinderten-Verein Niedersachsen (Kreisgruppe Oldenburger Münsterland) kam in die Rote Schule, um den Kindern die Welt der Blinden näher zu bringen. Mit viel Freude und Engagement erzählte Kowalski aus ihrem Leben. Schnell fanden die Kinder einen guten Draht zu ihr, und die vorab erarbeiteten Fragen der Reporter wurden ausführlich beantwortet: Hätten Sie gewusst, dass blinde Menschen an den Einkerbungen der Euromünzen erkennen können, um welche Münze es sich handelt? Oder dass Blinde „sprechende Uhren“ haben? Oder dass es Apparate gibt, die die Farben der Kleidungsstücke erkennen können?
Erstaunliche Alltagstricks
Die kleinen Reporter waren von den „Tricks“ der Blinden begeistert und erstaunt. Als sie dann selber mit verbundenen Augen und einem „Blindenstock“ in der Roten Schule einen extra dafür hergerichteten Parcours durchlaufen mussten, wurde allen sehr schnell klar, dass das Leben eines blinden Menschen sehr schwierig ist.
Kowalski berichtete aber nicht nur aus ihrem Leben, sondern zeigte den Kindern viele lebenspraktische Dinge, auf die Blinde angewiesen sind, zum Beispiel die Blinden- bzw. Punktschrift oder wie man einen Tisch für das Frühstück eindeckt.
Viele Schwierigkeiten
Als die kleinen Reporter dann versuchten, sich ein Brot mit verbundenen Augen zu schmieren, ging einiges sprichwörtlich „in die Hose“ bzw. in den Pullover. Mit viel Neugierde und Spaß, aber auch mit Betroffenheit konnten sie erfahren, wie sich der Alltag für blinde Menschen mit all den Schwierigkeiten und Problemen gestaltet.
In den nächsten Wochen wird es genauso spannend und lehrreich weitergehen, das nächste Mal steht das Thema „Wo finde ich Dinosaurierknochen?“ auf dem Programm. Fragen zu der „Reportergruppe“ werden unter 0 44 71/ 8 57 98 beantwortet.
