CLOPPENBURG - Sinkende Schülerzahlen, ein völlig verändertes Anwahlverfahren der Eltern und Sicherung der Schulstandorte sind die drei wichtigsten Gründe der Landesregierung zur Einführung der Oberschule in Niedersachsen. Die Hauptschule läuft aus, prognostizierte CDU-Landtagsmitglied Karl-Heinz Klare am Montag im Cloppenburger Hotel Taphorn zum Auftakt einer Podiumsdiskussion zur Einführung der Oberschule in Niedersachsen. Die Cloppenburger CDU hatte unter dem Motto Wir bringen Licht ins Dunkel eingeladen. Moderiert wurde die Diskussion vom christdemokratischen Stadt- und Kreistagskandidaten Dr. Marco Beeken.
Die Oberschule stelle neben der Integrierten Gesamtschule und den Förderschulen einen Kompromiss aus den bestehenden Schulformen dar. Damit haben wir aus den bestehenden Systemen das Beste herausgeholt, so Klare. Im weiteren Verlauf stellte der ehemalige Rektor einer Hauptschule die verschiedenen Arten der Oberschule vor. Dabei hob der 63-Jährige die seiner Meinung nach gute personelle Ausstattung, Unterrichtsangebot, Stundenzahl und Klassengröße hervor. Neben der verbesserten Besoldungsstruktur, die für die Lehrkräfte ein Anreiz sein soll, nannte Klare den großen Freiraum, in dem die Oberschule Schule gemeinsam mit den Eltern gestalten könne, als positive Errungenschaft.
Lukas Görner von der Schüler-Union (Kreis Cloppenburg) sah sich als ehemaliger Realschüler und jetziger Besucher des Fachgymnasiums zur Oberschule schlecht informiert. Zudem sieht Görner ein Absinken des Niveaus der Realschüler.
Ein Scheitern der Oberschule befürchtet der ehemalige Schulleiter Hubert Looschen (Garrel). Die neue Schulform könne nicht allen Schülern in der Breite gerecht werden. Als standortsichernd begrüßte er jedoch deren Einführung. Die guten Ergebnisse in der Hauptschule mit Berufsorientierung sieht Looschen durch die Oberschule nicht realisiert.
Diesen guten Stand bestätigte der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dr. Michael Hoffschroer. Er verwies jedoch auch auf die zunehmend höheren Ansprüche des Handwerks, die immer mehr Realschüler und Gymnasiasten erforderten.
