CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - Die Berufsbildenden Schulen am Museumsdorf in Cloppenburg gehört zu einer von zwölf Schulen in Niedersachsen, die im kommenden Schuljahr an einem Modellprojekt teilnehmen. Im Bereich Wirtschaft bietet die BBS so genannte Berufseinstiegsklassen (BEK) an.

Die einjährigen BEK richten sich an die Schüler, die aufgrund eines sehr schwachen oder fehlenden Hauptschulabschlusses dem Niveau der Berufsgrundbildungsjahre (BGJ) oder der Berufsfachschule nicht gewachsen sind. „Ziel ist es, dass diese Schüler in den BEK die Qualifikation für eine Berufsausbildung und einen guten Hauptschulabschluss erlangen“, sagt Direktor Günter Lübke.

Früh zur Praxis finden, lautet das Motto der BEK. Praktische Fähigkeiten stehen im Vordergrund, vier Unterrichtstage in der Schule sollen durch einen Praktikums-Tag ergänzt werden. „Die BEK ist damit unterhalb der Standards der BGJ und Berufsfachschule angesiedelt, andererseits aber deutlich oberhalb der Standards des Berufsvorbereitungsjahres“, ergänzt Lübke. Die neue Schulform werde mit einem berufspädagogischen Ansatz arbeiten und vorrangig die Basiskompetenzen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch sowie die sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler stärken.

Mit dem Schulversuch berührt das Kultusministerium aus Sicht der BBS am Museumsdorf kein neues Thema. Seit August 2005 arbeiten die Lehrer Petra Böckmann und Dirk Meinhardt an einem Projektvorhaben, dass das Konzept des Schulversuchs widerspiegelt und noch einen Schritt weiter geht. Ihr Projekt kooperiert mit der Hauptschule Leharstraße. Dort wird Schülern ab der achten Klasse mittels Informationsveranstaltungen und Praktika ein Gesamtüberblick über die vielfältigen Bildungsmöglichkeiten an der BBS vermittelt. „Der Schulversuch passt jetzt wie die Faust aufs Auge und zeigt, dass wir in die richtige Richtung gearbeitet haben“, freut sich Meinhardt.

Er blickt den BEK sehr optimistisch entgegen. „Projekte anderer Schulen haben gezeigt, dass über die Praxis mehr Schüler als sonst Kontakte zu Firmen aufbauen konnten und mehr Chancen auf einen Ausbildungsplatz hatten“, sagt Meinhardt.

Wer die BEK im kommenden Schuljahr besuchen wird, entscheidet die Schule. Aus allen Bewerbern für das BGJ und des Berufsvorbereitungsjahr wird eine Auswahl an Kandidaten getroffen. „Wir schauen, auf welcher Schule die Schüler am besten aufgehoben sein könnten“, sagt Lübke. Wer für die BEK in Frage kommt, wird zu einem Einzelgespräch eingeladen.