CLOPPENBURG - „Schulverweigerung – Die zweite Chance“ heißt ein – bis Ende 2013 laufendes – neues Projekt, das das Caritas-Sozialwerk (CSW) mit Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von 245 000 Euro sowie einem jährlichen Zuschuss des Landkreises Cloppenburg in Höhe von 120000 Euro umsetzt. Diplompädagogin Britta Borchers und Sozialpädagogin Anika Olliges stellten als neue CSW-Mitarbeiterinnen das Projekt jetzt im Kreishaus vor.
Die Mittel stammen aus dem sogenannten Bildungs- und Teilehabepaket für Schulsozialarbeit (dieNWZ
berichtete), die der Bund dem Landkreis zur Verfügung gestellt hat. „Wir können es uns deshalb gar nicht leisten, dass junge Menschen ohne Abschluss die Schule verlassen“, sagte Erster Kreisrat Ludger Frische.146 Schulverweigerer hat es nach Angaben von Harald Nienaber, Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, im Jahr 2011 kreisweit gegeben. Die Polizei erhält vom Schulamt des Landkreises (ohne Cloppenburg 120 Fälle) und der Stadt Cloppenburg (26 Fälle) jeweils eine Durchschrift des Bußgeldbescheides, welcher ausgestellt wird, wenn ein Schüler nicht zum Unterricht erscheint. Nienaber machte deutlich, dass die Zahlen differenziert gesehen werden müssten. Im Landkreis gibt es ein Nord-Süd Gefälle. So sind zurzeit im Nordkreis mehr Schulverweigerer festzustellen. Hier wollen jetzt die zwei Projektmitarbeiterinnen aktiv werden. In der Koordinationsstelle an der Eschstraße 8 in Cloppenburg (Telefon 0 44 71/ 70 45 63) bieten Borchers und Olliges den betroffenen Jugendlichen Eltern, Klassenlehrern sowie weiteren beteiligten Personen und Einrichtungen Gesprächsmöglichkeiten an.
Das Programm will die Chancen der schulverweigernden Schüler auf einen Schulabschluss verbessern. Erklärtes Ziel ist das Erreichen eines Hauptschulabschlusses. Mit dem Aufbau von tragfähigen Netzwerken soll dieses Ziel erreicht werden. Angesprochen werden alle Allgemeinbildenden Schulen sowie Berufsschulen.
Unterschieden wird bei dem Projekt zwischen aktiven und passiven Schulverweigerern. Die aktiven Verweigerer kommen gar nicht mehr zur Schule, während die passiven zwar noch die Schule besuchen, aber keinerlei Interesse am Unterricht mehr haben. Außerdem kann nicht immer festgestellt werden, was aus den Schülern wird, wenn sie die Hauptschule verlassen haben. Hier besteht noch Gesprächsbedarf zwischen den Allgemeinbildenden und den Berufsbildenden Schulen.
