CLOPPENBURG - Zu einem informellen Gespräch über die Berufsbildung besuchten nun die Bürgermeister der Gemeinden des südlichen Landkreises die BBS am Museumsdorf Cloppenburg. Dabei erfuhren die Politiker, welche Veränderungen das Bildungsangebot der BBS in den vergangenen Jahren erfahren hat.

Das Selbstverständnis der Schule als regionales Kompetenzzentrum, so Schulleiter Günter Lübke, zeige sich vor allem in der Anpassungsfähigkeit des Schulangebots an die Anforderungen an die Berufsbildung für die Region, die sich ständig wandeln. Allein in den vergangenen zwei Jahren seien sechs neue Schulformen hinzugekommen. Gegenwärtig arbeite die BBS für das kommende Schuljahr an der Einführung der Zweijährige Berufsfachschule Pflegeassistenz, die auf schulischem Wege zum Berufsabschluss des „Staatlich geprüften Pflegeassistenten“ führe. Weitere neue Schulangebote seien die Klasse 11 der Fachoberschule Wirtschaft sowie die Ausbildung zum Tierwirt mit dem Schwerpunkt Geflügel.

Neben diesen strukturell bedingten Anpassungen führe auch die Schulpolitik des Landes zu enormen Veränderungen im berufsbildenden Schulwesen, so Lübke. Langfristig soll die berufliche Grundbildung über Berufsfachschulen nur in den Wirtschaftsbereichen fortgeführt werden, in denen Betriebe dieses Schuljahr bei der anschließenden Ausbildung freiwillig anrechnen. Außerdem soll ab dem kommenden Schuljahr ein vierwöchiges Praktikum (160 Stunden) ein fester Bestandteil der Berufsfachschulen werden. Diese beiden Aspekte der Neuordnung der Berufsbildung stellen eine besondere Herausforderung nicht nur für die Berufsbildenden Schulen, sondern für alle Beteiligten dar.

Wichtig sei es daher, so Lübke, Vereinbarungen mit den verschiedenen Wirtschaftsbereichen über eine Anrechnung einschlägiger Berufsfachschulen zu erreichen. Zusätzlich müsse die Bereitschaft geweckt werden, über das bisherige Maß hinaus, Praktikanten in den Betrieben aufzunehmen. Hilfe erwartet die Schule hier auch von den Bürgermeistern.