CLOPPENBURG - Den Standpunkt des Moraltheologen zur bioethischen Herausforderung der Stammzellenforschung hat Professor Dr. Martin Klose von der Katholischen Fachhochschule Mainz jetzt in einem Kurzreferat mit anschließender Diskussion den Schülern des Gymnasiums Liebfrauenschule (ULF) erläutert. Der Wissenschaftler folgte damit einer Einladung von Christoph Grunewald, Leiter eines Oberstufenkurses Katholische Religion am ULF.
Klose wies im ersten Teil seines kurzen Vortrags auf die bedeutsame Unterscheidung der einzelnen Typen von Stammzellen hin. Neben den embryonalen Stammzellen, die verschiedene biomedizinische Merkmale zur Ausdifferenzierung bieten, erläuterte der Fachmann auch die Möglichkeiten von adulten Stammzellen, die sich unter bestimmten Bedingungen umprogrammieren ließen. Bedeutsam sei, dass die embryonale Stammzelle das Programm zur Entwicklung eines Menschen enthalte und somit als menschliches Wesen angesehen werden müsse. Die adulte Stammzelle dagegen würden einem Menschen entnommen und könnten nicht als eigenständiger Mensch angesehen werden.
Hieran schloss sich die christliche Perspektive des Moraltheologen auf das Problem an. Zwar sei es durchaus christlich, Krankheit, Leid und Tod wenn möglich zu verhindern – und persönliche Betroffenheit verschärfe den Blick auf diese Thematik. Allerdings könne man mit Blick auf die Embryonalstammzelle ein sich noch zu entwickelndes Leben nicht mit einem zu rettenden Leben aufwiegen.
Am Ende des einführenden Vortrags standen ethische Auswegmöglichkeiten. Hier verwies Klose auf die Forschung an den adulten Stammzellen. Dabei könne man bereits entwickelte Zellen so umprogrammieren, dass sie den gewünschten Zweck vollwertig erfüllen.
In einer Anschlussdiskussion wurde das Themenfeld schnell erweitert auf die Bereiche Abtreibung, künstliche Befruchtung und Sterbehilfe. „Der Beginn und das Ende des Lebens sind die großen Bereiche der Moraltheologie, wobei das schlimmste Dilemma der mögliche Tausch eines Lebens für ein anderes ist“, erläuterte Professor Klose.
