Cloppenburg - Das Thema Abordnung von Gymnasiallehrern an Grundschulen, das am Wochenende hochgekocht ist, wird auch in Cloppenburg diskutiert. „Wir habe bislang keine Nachricht von der Landesschulbehörde bekommen. Ich gehe davon aus, dass wir nicht betroffen sind.“ So beschreibt Oberstudiendirektorin Annette Ovelgönne-Jansen, Leiterin des Cloppenburger Clemens August Gymnasiums (CAG), die Situation an ihrer Schule. Damit befindet sich das CAG, an dem der Stundenplan steht, derzeit in einer Art Wartestellung.

„Ein Grund könnte sein“, so Ovelgönne-Jansen weiter, „dass wir trotz der Neueinstellung von fünf Kollegen zum Schuljahr 2017/2018 bei der Unterrichtsversorgung immer noch deutlich unter 100 Prozent liegen“. Die Neueinstellungen waren erforderlich geworden, da eine Reihe von CAG-Lehrern vor den Sommerferien pensioniert oder an andere Schulen versetzt worden waren.

Nach Einschätzung der CAG-Leiterin bringt das Thema Abordnungen von Lehrkräften Unruhe in die Kollegien. Sie würde sich sehr freuen, wenn das CAG auch in Zukunft nicht von solchen Einschnitten betroffen wäre.

Für das Cloppenburger Gymnasium Liebfrauenschule (ULF) gibt Oberstudiendirektor Andreas Weber Entwarnung: „Als öffentliche Schule in freier Trägerschaft müssen wir keine Lehrer abgeben.“ Die Kurzfristigkeit der Anordnung sieht der ULF-Leiter kritisch: „So etwas geht in dieser Form überhaupt nicht.“ Sorgen macht sich Weber darüber hinaus, ob der Staat „in Zukunft noch genügend qualifizierte Lehrer einstellt.

Werner Espelage, Rektor der Grundschule Emstekerfeld, geht davon aus, „trotz fehlender Lehrkräfte definitiv keine von Gymnasien abgeordnete Kollegen“ zugewiesen zu bekommen. Zum Ausgleich ihres Fehlbedarfs hat die Schule die Notbremse gezogen, und plant, eine Seiteneinsteigerin als pädagogische Mitarbeiterin einzustellen.

Grundsätzlich hält Espelage von Gymnasien kommende Lehrer auch im Unterricht für das dritte und vierte Schuljahr für einsetzbar. Mögliche Fächer wären Sport, Kunst oder Sachunterricht. In der Klassenstufe vier könnte für ihn auch das Fach Deutsch hinzukommen.

Rektor Ralph Meyer von der Grundschule Galgenmoor wartet aktuell auf Abordnungen. 40 von 70 Fehlstunden will die Schule durch „Feuerwehrkräfte“ auffangen. Für die verbleibenden 30 Stunden hat er noch keine Lösung.

Generell hält auch Meyer den Einsatz von Gymnasiallehrern an Grundschule nach einer Einarbeitungszeit für möglich. Das gelte etwa für Fächer, wie Werken, Kunst und Musik sowie Deutsch, nach einer Umstellung. Allerdings gibt er zu bedenken, das von Gymnasien kommenden Kollegen aufgrund ihrer Ausbildung oft eine pädagogische Grundausbildung fehlt.