CLOPPENBURG - „Es ist ein glücklicher Tag für mich“, sagte die Schulleiterin der Berufsbildenden Schule Technik (BBS), Margot G. Wiedenfeld, als sie am Freitag den symbolischen Schlüssel aus den Händen des Architekten Willi Reichert (Hannover) bekam. Das Zelt-Provisorium am Lankumer Ring, in dem die Berufsbildende Schule Technik handwerkliche Fertigkeiten vermittelte, hat nun ein Ende.

Landrat Hans Eveslage unterstrich vor den geladenen Gästen aus Politik, Verwaltung, Handwerk und den Schulen das Engagement des Landkreises bei der Ausbildung junger Menschen. Der Erweiterungsbau der BBS schlage mit 3,8 Millionen Euro zu Buche. Insgesamt habe der Landkreis in diesem Jahr mit 20 Millionen Euro rund 62 Prozent aller Investitionen in Schulen gesteckt. Der Erweiterungsbau am „Lankumer Ring“ umfasst vier Bauhallen, zwei Bankwerkstätten mit einer Maschinenwerkstatt, einem Baulabor, Zentrallager sowie mit weiteren Nebenräumen und sanitären Anlagen.

Für die Ausschreibung als Wettbewerb dankte Architekt Reichert. Er lobte den Landkreis für derartige Wettbewerbe, die durch die Vergaberichtlinien der EU normalerweise nicht üblich seien.

Eine „Fortbildungsveranstaltung“ für Lehrer und Ausbilder gab Professor Dr. Jens T. Kersten. So bezeichnete der stellvertretende BBS-Schulleiter Siegfried Schliedermann die Festrede des Präsidenten der Privaten Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Vechta/Diepholz/Oldenburg.

In seinen Ausführungen ging Kersten auf die Wiederbelebung der primären Tugenden ein und skizzierte ein buntes Bild zum Thema „Zukunft durch Bildung“. Für ihn hätten die Stichworte lebenslanges Lernen und Weiterbildungsangebote tagesaktuell an Bedeutung zugenommen.

„Ohne Lernbereitschaft, ohne Bereitschaft zur Disziplin und zur eigenen Anstrengung werden die hoffnungsvollen Erwartungen an die Bildung als Zukunftsgarant nicht in Erfüllung gehen“, sagte Kersten. Dabei zog er Parallelen zu der Streitschrift „Lob der Disziplin“ von Bernhard Bueb. Kersten: „Die Laissez-faire-Erziehung der 68er ist gründlich schief gegangen.“ Die Erziehung eines Menschen vollende sich durch Bildung. Erst die Fähigkeit, die Gültigkeit moralischer Werte anzuerkennen und im Kontext des Wissens der Vorväter reflektieren zu können, wappne junge Leute für die Anfechtungen unserer Zeit, stellte der Professor heraus. Es sei ein Irrtum, wenn man glaube, dass sich in der „Kuschelpädagogik“ Begabungen von allein entwickelten.