CLOPPENBURG - Rund 450 Lehrer von 300 Schulen aus dem gesamten Weser-Ems-Gebiet haben sich am Montag zum 13. Grundschultag im Cloppenburger Kreishaus getroffen. Dieser stand unter dem Motto „Guter Unterricht macht Schule“. Durch die Schulinspektionen sei deutlich geworden, dass sich die Lehrkräfte mit geeigneten Methoden für die Gestaltung ihres Unterrichtes auseinander setzen müssten, hieß es. Der Grundschultag solle ihnen dafür Anregungen und den passenden Orientierungsrahmen geben.
Der Frage „Was ist guter Unterricht?“ ging Professor Dr. Hilbert Meyer von der Universität Oldenburg in seinem Hauptreferat nach. An zehn Merkmalen machte dieser guten Unterricht fest – wobei Merkmale wie „intelligentes Üben“ oder „lernförderliches Klima“ abstrakt gehalten wurden. Sie seien keine Rezepte, sondern müssten mit Fantasie und Beharrlichkeit in den eigenen Unterricht eingebaut werden, sagte Meyer. Auch die Reihenfolge sei beliebig. Allerdings habe ein klarer Aufbau des Unterrichts mit Ritualen und Freiräumen, aber auch mit abgesprochenen Regeln und klarer Verteilung der Rollen den größten Einfluss auf den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler.
Als „Ei des Kolumbus“ beschrieb der Professor die fünf Grundformen des Unterrichts: Ist doch gerade die Frage, wie der Unterricht gestaltet wird, immer neuen Trends unterworfen. Erst waren es die Projektwochen, dann die Wochenplanarbeit und das Stationslernen. Seit kurzem gibt es das „Kooperative Lernen“. „Da kann man schon den Überblick verlieren“, sagte Meyer und gab als Lösungsvorschlag eine wohl ausbalancierte Mischung aus Lehrgängen, Frei- und Projektarbeit mit auf den Weg.
Die Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Landesverband Niedersachsen, Gitta Franke-Zöllmer, erinnerte daran, dass es heute um eine neue Schulkultur gehe, die niemanden fallenlassen dürfe: „Wie die Diskussion um die Gymnasien zeigt, wird schnell aus dem Blick verloren, dass es doch eigentlich um die Bildung eines jeden Kindes geht und nicht um die Anpassung der Kinder und Jugendlichen an zugeordnete Schulformen.“ Um das Ziel einer qualitativ hochwertigen Bildung zu erreichen, fordert die VBE-Chefin von der Landesregierung statt Kosteneinsparungen mehr Personal in den Schulen und bessere Arbeitsbedingungen.
