CLOPPENBURG - „Nicht nur der Kopf kommt in die Schule, sondern das ganze Kind“, betont Johannes Meyer, Leiter der Förderschule St. Vincenzhaus. Beim Aktionstag „Bewegte Kinder – schlaue Köpfe“ beschäftigten er und seine Kollegen sich am Mittwoch mit dem Thema.

„Hier wird schon sehr viel mit Bewegung gemacht“, freute sich Hermann Städtler, Projektleiter der „bewegten Schule Niedersachsen“ und Leiter der Fridtjof-Nansen-Schule Hannover nachdem er am Vormittag am Unterricht in der Förderschule teilgenommen hatte. Sehr gut sei, dass die Kinder nicht die ganze Stunde ruhig auf ihren Stühlen sitzen müssten.

„Wir bezeichnen die Einschulung auch als Einstuhlung“, machte Städtler in der Lehrerfortbildung am Mittag deutlich und lieferte Zahlen. Bis zum Ende des vierten Schuljahres sitzt ein Kind durchschnittlich 3800 Stunden. Dazu kommen noch mehr Stunden, die es zu Hause sitzt. „Deshalb müssen wir mehr Bewegung in die Schule bekommen“, so Städtler. Die Kinder müssten aus der Trägheitsfalle befreit werden. Er verwies auf die Hirnforschung, die mittlerweile nachgewiesen hat, dass Bewegung dem Kopf hilft. Nur weil ein Kind zur Schule gehe, habe es nicht weniger Bewegungsdrang als vorher.

In seinem Vortrag brachte Städtler die Lehrer und Mitarbeiter der Förderschule auch selbst in Bewegung und ließ sie Bewegungsübungen machen. „So können sie mir aufmerksamer folgen“, so Städtler.

In seinem Vortrag ging er auch auf die Besonderheiten einer Förderschule ein. Denn die Einschränkung jedes Kindes müsse berücksichtigt werden. Umso erstaunlicher sei es, wie sehr Bewegung schon in den Unterricht integriert werde. Städtler hatte aber auch neue Anregungen. „Bei der Bestuhlung kann man viel machen.“ Stühle mit denen sich kippeln lasse und die in der Höhe verstellbar seien, könnten viel helfen.

Nach der Lehrerfortbildung am Nachmittag wurden auch die Eltern am Abend zum Thema Bewegung informiert. „Die Kinderwelt hat sich verändert“, betonte Städtler. Deshalb sei es sehr wichtig in allen Lebensbereichen auf Bewegung zu achten.