Cloppenburg - „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“ – So skandierten am Freitagmorgen zahlreiche Schüler auf ihrem Marsch durch die Cloppenburger Innenstadt. Sie sind Teil der Bewegung „Fridays for Future“ (Freitage für die Zukunft), bei der Schüler weltweit für den Klimaschutz demonstrieren. Diese hatte gestern mit rund 1660 geplanten Kundgebungen in 105 Ländern ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Bundesweit wollten Schüler an rund 200 Orten demonstrieren – auch in Cloppenburg – nach Polizeiangaben beteiligten sich dort 300 Schüler an der Klimademo.
Dass es ihnen nicht darum geht, die Schule zu schwänzen, betonten Lea, Jana und Katja von der Marienschule in Cloppenburg. Wegen der Demonstration hätten sie sogar den Unterricht in ihrem Lieblingsfach verpasst. Auch auf die vielen selbst gebastelten Plakate der Schüler wiesen sie hin: Wenn man nur die Schule schwänzen wolle, warum würde man sich dann so eine Mühe machen, fragten die Neuntklässlerinnen. Die drei sind aus gutem Grund dabei – sie wollten beim Thema Klimaschutz präsent sein. Es gehe ja um ihre eigene Zukunft. Ihre Eltern unterstützten sie, so Lea, und auch ihre Schwester demonstriere mit.
Viele der Schüler würden auch in den Ferien für den Klimaschutz demonstrieren, betonten die drei Schülerinnen. Vor allem unter der Woche erreiche die Klimaproblematik viele Bürger, und die Proteste an Werktagen könnten so etwas bewegen.
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Zu Beginn versammelten sich die Cloppenburger Schüler im Stadtpark. „Der Vorwurf, wir wollen nur die Schule schwänzen, ist Quatsch“, so Demo-Leiter Taleb Ali. Der Schüler der Oberschule Pingel Anton hatte den Marsch mit zwei Mitschülern organisiert. Die Schüler wollten zeigen, dass ihnen das Klima nicht egal sei – deshalb demonstrierten sie, so Ali. „Wir müssen das System ändern, nicht das Klima!“ Dabei könne jeder selbst etwas dazu beitragen: Öfter zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren, den Müll richtig entsorgen, Aktionen wie „Cloppenburg putz(t) munter“ unterstützen und weniger Müll, vor allem durch Plastiktüten, produzieren. Es sei wichtig, dass alle etwas zum Klimaschutz beitrügen. „Wir wollen heute ein Zeichen setzen. Alle müssen etwas tun“, forderte Ali, was auf viel Zustimmung der Schüler traf.
Anschließend marschierten die Schüler vom Stadtpark aus durch die Cloppenburger Innenstadt bis vor das Rathaus. Viele von ihnen trugen Plakate und Schilder mit Aufschriften wie „Auch die Dinos dachten, sie hätten Zeit“, „Ihr zerstört, was uns allen gehört“, „Umweltschutz, sonst Umwelt futsch“ oder „Die Erde kocht vor Wut“. Die Schüler ließen sich dabei vom nasskalten Wetter nicht beeindrucken: Mit Trillerpfeifen und lauten Parolen riefen sie zum Umdenken auf und forderten einen stärkeren Einsatz für die Umwelt.
„Jeder kann etwas für den Klimaschutz tun. Ihr müsst alle an die Umwelt denken“, appellierte Mitorganisator Justin Backhaus abschließend an seine Mitstreiter.
