CLOPPENBURG - Zu einer 40-minütigen Fußwallfahrt sind 560 Schüler und Schülerinnen der Marien-Realschule von Cloppenburg nach Bethen aufgebrochen, um dort den Patronatstag der Schutzpatronin der Schule, der Heiligen Maria, mit einer Messe und einem anschließenden Frühstück zu feiern. Erstmalig haben auch die fünften und sechsten Klassen der Schule an dieser traditionellen Wallfahrt teilgenommen.

Auf dem Vorplatz der Basilika feierten die Kinder gemeinsam mit 40 Lehrkräften die Marienmesse. Pfarrer Dr. Dirk Költgen begrüßte die Jugendlichen im Wallfahrtsort. Den Gottesdienst zelebrierte Pfarrverwalter Josef Honkomp, da die Pfarrstelle von St. Josef, zu der auch die Schule gehört, zurzeit nicht besetzt ist. Honkomp erinnerte sich während der Messe an seine eigene Jugendzeit, in der er auch des Öfteren in Bethen gewesen sei. Er nannte Bethen „einen Ort, den man bei Sorgen aufsuchen kann“.

In der Predigt ging Pfarrer Honkomp auf das Thema des Gottesdienstes „Das gibt's doch nicht!“ ein. „Wenn es sich nicht lohnt, fange ich erst gar nicht an“, sagte er mit energischer Stimme und erstaunte die Schüler zunächst mit dieser forschen Aussage. „So denken heute viele in unserer Gesellschaft“, fuhr er fort. Die Frage nach einer Gegenleistung sei schon ein Normalzustand. Aber es gebe – so Honkomp weiter – auch Menschen, die anders dächten. Damit erinnerte er an Mutter Maria, die in einem kleinen Dorf – vergleichbar mit Bethen – gelebt hatte und auf einmal die Nachricht bekam, einen Sohn namens Jesus zu gebären.

An diesem Beispiel zeige sich, dass Christsein nicht unbedingt etwas mit Kraft zu tun habe. Christsein sei die Bereitschaft, sich beschenken zu lassen und auf die Liebe Gottes zu vertrauen, erklärte Honkomp. Alles, was ein jeder hat, verdanke er seinen Eltern, also denjenigen Menschen, denen man vertrauen könne. Während der Messe band der Geistliche die Schülerinnen und Schüler der Marien-Realschule immer wieder in seine Predigt ein, in denen er ihnen Fragen stellte und kleine Geschichten aus dem Alltag erzählte.

Im Anschluss an die Freiluftmesse wanderten die Jugendlichen und Lehrkräfte zum Bether Sportplatz, um ein gemeinsames Frühstück einzunehmen. Hierfür hatten sich unter der Leitung der Elternratsvorsitzenden 17 Mütter und drei Väter eingefunden, die 900 Brötchen für die Schüler geschmiert und belegt hatten. Gestärkt traten die Schüler anschließend den Rückweg an.