Cloppenburg - Wie sehe ich mich? Und wie sehen andere mich? Diese Frage hat sich so mancher Schüler oder so manche Schülerin beim Inklusionsprojekt „Ich und Wir – Zusammen ist man nicht allein“ gestellt – und hat durchaus Antworten bekommen.

An drei Tagen hatten Neuntklässler des Clemens-August-Gymnasiums (CAG) und der Förderschulen Albert-Schweitzer-Schule und dem St. Vincenzhaus lebensgroße Figuren angefertigt, die die 21 Schüler als Umriss mit ihren Eigenschaften darstellen sollen. Das sehenswerte Ergebnis ist noch bis zum 14. Februar in der Volksbank-Filiale an der Sevelter Straße in Cloppenburg zu bestaunen.

Inklusion stoße im Alltag manchmal an seine Grenzen. Aus dieser Motivation heraus sind die Neuntklässler der drei Schulen zusammengekommen. Ausgehend von einer künstlerischen Idee zum Thema „Wer bin ich und wie sehen mich die anderen?“ haben sich die Schülerinnen und Schüler in der gemeinsamen Arbeit auch gegenseitig besser kennengelernt.

Die lebensgroßen Figuren wurden durch verschiedene künstlerische Techniken bearbeitet. „Uns war wichtig, dass die Jugendlichen sich so darstellen, wie sie sich selber sehen“, erklärt Kunstlehrerin Sandra Waldeck vom CAG, die das Projekt mit ihrer Kollegin Christiane Johannes und den Lehrerinnen Irma Wilmes-Funke, Astrid Sinagowitz (beide Albert-Schweitzer-Schule) sowie Beate Robbers und Pia Texeira (beide St. Vincenzhaus) begleitet hat. Dabei nahmen die Schüler unterschiedliche Posen ein – je nach Hobby, Vorliebe oder Gefühlen. Unter anderem ist auch eine Fußball- und eine Tanzfigur dabei.

Maren Hackmann sieht sich als Person, die oft traurig ist. Deswegen hat die 14-Jährige sich auf dem Boden sitzend dargestellt. Außerdem sind die Arme über den Beinen abgelegt und der Kopf guckt nach unten. „Ich habe schon mal schlechte Erfahrungen gemacht“, berichtet die Gymnasiastin. Trotz allem ist die Figur aber im unteren Bereich mit hellen Farben angemalt. „Wegen der guten Zeiten“, sagt Maren Hackmann. Weitere Accessoires sind eine Spritze – wegen ihrer Diabeteserkrankung – und aufgeklebtes Zeitungspapier. Das steht für ihre Leseleidenschaft.

Auf der Rückseiten der Figur durfte der jeweilige Künstler keine Hand anlegen. Die war nämlich für die 20 anderen Projektteilnehmer reserviert, die dort Eigenschaften notierten, die ihnen zum jeweiligen Künstler einfielen.

„Ich war ziemlich überrascht, wie positiv meine Mitschüler über mich denken“, sagt Albert-Schweitzer-Schüler Andreas Looschen (17), der selbst auch schon Mobbing-Erfahrungen gemacht hat – verbal als auch körperlich. Bei dem Projekt konnte er neue Erfahrungen machen.

„Für viele Schüler war es eine positive Selbstoffenbarung“, freut sich auch Sandra Waldeck.