CLOPPENBURG - „Der Knabe Fips, der hatte gegen’s Lernen was! Zum Beispiel Schreiben oder Lesen.“ So beginnt das Gedicht „Ritter Fips und die Schule“ von Heinz Erhardt. Um die Lust am Schreiben und Lesen geht es auch den Deutschlehrerinnen und Lehrern des Clemens-August-Gymnasiums in ihrer Jugendbuchwoche auch. Nina Lammers-Koers, die für die sechste Auflage dieses Projektes verantwortlich ist, machte deutlich, dass es neben dem Kennenlernen und Stöbern in den aktuellen Jugendbüchern um die Menschen hinter den Geschichten geht.
Autoren im Gespräch
Die Schüler hatten bereits Gelegenheit, sich bei den verschiedenen Autoren wie Anne C. Voorhoeve („Liverpool Street“), Franjo Terhart („Ich, Grace O’Malley“) oder Daniela Evers, Deutschlehrerin am CAG – sie stellte ihren Debütroman „Macht des Traumfängers“ vor – über ihre Arbeit zu informieren.
Der mäßig besuchte öffentliche Leseabend am Donnerstag in der Aula stand unter dem Motto „Ein Abend mit Nina und friends – Musik und Poesie im Herzen vereint“. Und die Mischung der ausgewählten Texte mit den Songs der „Rockids“ war hervorragend und sollte für das nächste Jahr beibehalten werden – so befanden es zumindest die Gäste. Die Schülerband unter der Leitung von Jens Scholz präsentierte unter anderem „Luka“ von Suzanne Vega oder „Angels“ von Robbie Williams.
Erlebnisse in der Schule
Mit ihrem Roman „Die Macht des Traumfängers“ entführte Evers die Zuhörer in die Welt eines jungen Mädchens, die über ihre Erlebnisse in der Schule und mit Jungs recht offen erzählt. Themen des Romans sind das Unterwerfen der eigenen Persönlichkeit, um zu den „angesagten Schülern“ zu zählen, aber es geht auch um das Eingeständnis, für falsches Verhalten einzustehen – egal ob es offenkundig wurde oder nicht.
Rilke-Gedicht vorgetragen
Lammers-Koers hatte in ihren Texten stets die Schule im Blick. Ob bei der frechen Anna in Fynns „Anna, Mister Gott und der ungläubige Thomas“, die sich mit „Old Tom“, dem Mathematiklehrer Thomas Fox, anfreundet oder in Rainer Maria Rilkes Gedicht „Der Leser“ – stets waren die Themen Schule, Bücher und Lesen präsent.
Astrid Lindgren habe in ihrer Biografie „Das entschwundene Land“ über die Bedeutung des Lesens für Kinder geschrieben. Die Lehrerin wählte eine Textstelle aus, in der die Kinderbuchautorin den Geruch der Bücher und das Aufsaugen des Textes, das hineinstecken der Nase in das erste eigene Buch, beschrieb. Zum Schluss gab es noch einmal ein Erhardt-Gedicht: „Die Schule“.
