CLOPPENBURG - CLOPPENBURG/EB - Zwei Wochen lang haben sich Realschüler der Cloppenburger Pingel-Anton-Schule als Waldarbeiter betätigt. Mit drei Lehrern waren die Achtklässler zum Jugendwaldheim Rotenberg gefahren, dass in einer schönen Landschaft zwischen den Ausläufern des Südharzes und dem Eichsfeld liegt.
Morgens um sieben ging es in Achtergruppen in den Wald, wo sie unter Anleitung von Forstwirten bis 12 Uhr an abschüssigen Hängen Buchen und Douglasien pflanzten sowie scharfe Metallstücke an Ahorne anbrachten, um sie vor Wildverbiss zu schützen. Einige Gruppen mussten Waldflächen von Gestrüpp räumen, damit dort im Herbst neue Bäume gepflanzt werden können. Es wurden Pfähle eingeschlagen, um Bäume zu stützen, Böschungen gestutzt und Holz gespalten. Eine Gruppe pflanzte unter fachkundiger Anleitung eines Landschaftsgärtners Schilfpflanzen in ein vorbereitetes Becken, das in nächster Zukunft als „Schilfkläranlage“ fungieren soll.
Nachmittags erholten sich die Jugendlichen zwar vorrangig, die Stunden wurden aber auch für Spiele und Wanderungen genutzt. So erklärte der Revierleiter den heimischen Baumbestand und die darin lebende Tierwelt. Eine Wald-Rallye forderte einiges an Wissen rund um den Wald. So mussten die Schüler bestimmte Baumarten benennen, Tiere erkennen, Entfernungen abschätzen, Waldgerätschaften mit Fachbegriffen bezeichnen, Zapfen zuordnen, ein Waldlied singen und zum Schluss einem Waldhorn klare Töne entlocken.
Auch die Abende wurden größtenteils gemeinsam gestaltet. Gesellschaftsspiele, Stockbrotbacken am Lagerfeuer, eine Verkleidungsparty sowie ein Abschiedsabend wechselten sich ab. Am Wochenende standen Goslar, das Bergbaumuseum in Lautenthal und die Einhornhöhle in Scharzbach auf dem Programm der Cloppenburger.
Dieses Waldprojekt war eine Schulfreizeit der ganz besonderen Art. Die Waldeinsätze, die seit 50 Jahren von der Landesforstverwaltung und dem Naturschutzbund angeboten und gestaltet werden, verfolgen mehrere Ziele: Zum einen verrichten die Schüler wichtige Forstarbeiten, die sonst kaum bewältigt werden können. Zum anderen lernen sie auf diese Weise den Wald so unmittelbar kennen, wie es sonst gar nicht möglich ist. Aktiver Natur- und Umweltschutz wird erlebt. Ein weiterer pädagogischer Aspekt liegt im sozialen Miteinander: Zwei Wochen mit den Mitschülern und Lehrern „aushalten müssen“ erfordern Verständnis, Toleranzbereitschaft und Akzeptanz.
